Sarkozy weist Kritik an Waffendeal zurück
Aktualisiert

Sarkozy weist Kritik an Waffendeal zurück

Der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy hat noch einmal jeden Zusammenhang zwischen der Freilassung der bulgarischen Krankenschwestern und einem umstrittenen Waffendeal mit Libyen zurückgewiesen.

Sarkozy empfing am Sonntag Journalisten in seinem Urlaubsort am Winnipesaukee-See im US-Staat New Hampshire, um zu dem Thema Stellung zu nehmen.

Der Vertrag des Lenkwaffenherstellers MBDA mit Tripolis sei nicht mit der Freilassung der Krankenschwestern und eines Arztes aus libyscher Haft verknüpft gewesen, versicherte der Präsident. Er sei vielmehr das Resultat von 18-monatigen Verhandlungen zwischen Libyen und dem EADS-Konzern, dem 37,5 Prozent an MBDA gehören. Tripolis sollte für seine Zusammenarbeit mit der internationalen Gemeinschaft belohnt werden, sagte Sarkozy. Das Land zahle mehrere hundert Millionen Euro, mit denen in französischen Fabrik Arbeit geschaffen werde. «Soll ich mich entschuldigen?», fragte der Präsident rhetorisch.

Die französischen Sozialisten haben die Einsetzung eines parlamentarischen Untersuchungsausschusses gefordert, der die Umstände der Freilassung der Krankenschwestern klären soll. Sarkozy erklärte, wenn der Ausschuss ihn als Zeugen anhören wolle, habe er nichts zu verbergen.

MBDA hat mit Tripolis einen Vertrag über die Lieferung von panzerbrechenden «Milan»-Raketen ausgehandelt. Für Libyen ist das Geschäft ein weiterer Schritt, um die Rolle eines Parias der internationalen Staatengemeinschaft abzulegen. Der Generalsekretär des Élysée-Palasts, Claude Guéant, sagte «Le Figaro», möglicherweise habe der Besuch von Sarkozy in Tripolis kurz nach der Freilassung der Krankenschwestern und eines Arztes palästinensischer Herkunft ein «günstiges Klima» geschaffen. (dapd)

Deine Meinung