Finanzkrise: Sarkozy will Revolution

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FinanzkriseSarkozy will Revolution

Der französische Präsident Nicolas Sarkozy hat sich für eine völlige Neuordnung des internationalen Finanzsystems ausgesprochen. Die Finanzkrise stelle «die Welt auf den Kopf».

Das sagte Sarkozy in einer Grundsatzrede im südfranzösischen Toulon. Das weltweite Finanz- und Währungssystem müsse daher von Grund auf neu durchdacht werden, wie das nach dem Zweiten Weltkrieg in Bretton Woods gemacht worden sei, sagte der Präsident am Donnerstag.

Eine weltweite Regulierung der Märkte sei unumgänglich. Auf der Konferenz von Bretton Woods war 1944 ein weltweites Währungssystem mit festen Wechselkursen zum Dollar beschlossen worden.

«Die Krise ist nicht vorbei», sagte Sarkozy weiter. Die Franzosen müssten sich in den kommenden Monaten noch auf zahlreiche Konsequenzen einstellen, etwa beim Wachstum, bei der Arbeitslosigkeit und bei der Kaufkraft.

In Frankreich werde der Staat jedoch eine aktive Rolle spielen, versprach Sarkozy. Er werde im Notfall für «die Sicherheit und die Kontinuität» im französischen Banken- und Finanzsystem garantieren.

«Ich werde es nicht zulassen, dass ein einziger Anleger einen einzigen Euro verliert, weil eine Bank nicht mehr in der Lage ist, ihre Verpflichtungen zu erfüllen», sagte er. Ausserdem kündigte er ein Gesetz gegen überzogene Gehälter für Manager an, falls die Branche nicht bis zum Ende des Jahres eine eigene Regelung finde.

Vor der UNO-Vollversammlung hatte Sarkozy bereits am Dienstag einen Gipfel zur Finanzkrise vorgeschlagen und sich für einen «regulierten Kapitalismus» ausgesprochen, der riskanten Spekulationsgeschäften enge Grenzen setze.

(sda)

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