Weltfinanzgipfel: Sarkozy wirbt für neues «Bretton Woods»
Aktualisiert

WeltfinanzgipfelSarkozy wirbt für neues «Bretton Woods»

Der EU-Ratsvorsitzende Nicolas Sarkozy und EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso sind in die USA gereist. Mit US-Präsident George W. Bush wollen sie in Camp David über ein gemeinsames Vorgehen in der Finanzkrise beraten.

Nach Wunsch der beiden Vertreter der EU soll noch vor Jahresende ein Weltfinanzgipfel nach dem Vorbild von «Bretton Woods» vereinbart werden. In Bretton Woods im US-Bundesstaat New Hampshire war 1944 ein weltweites Währungssystem mit festen Wechselkursen zum Dollar beschlossen worden.

Bushs Sprecherin Dana Perino erklärte jedoch, in Camp David würden keine neuen Vorschläge für den Kampf gegen die weltweite Finanzkrise vorgelegt. Auch würden weder Ort noch Datum des internationalen Gipfels festgelegt.

Einbezug von Schwellenländern

Als Teilnehmer für den Gipfel hatte Frankreichs Präsident Sarkozy am Freitag (Ortszeit) bei einem Besuch in Québec neben den G-8-Staaten auch die fünf wichtigsten Schwellenländer der Welt (G- 5) vorgeschlagen, also China, Indien, Brasilien, Mexiko und Südafrika.

Zudem solle auch ein arabisches Land an den Beratungen über eine Neuordnung des Finanzsektors teilnehmen, sagte Sarkozy nach einem Treffen mit dem kanadischen Premierminister Stephen Harper. Ein Datum für diesen Gipfel müsse «so rasch wie möglich» vereinbart werden, sagte Harper.

Ambitionierte Ziele

In einer gemeinsamen Erklärung begrüssten Sarkozy und Harper die bislang eingeleiteten Schritte zur Eindämmung der Finanzkrise. Durch einen Weltfinanzgipfel sollten diese Bemühungen gestärkt werden.

Ziel des Treffens sei es, «ambitionierte und pragmatische Lösungen» zu finden, forderte Sarkozy. «Die Welt befindet sich in ihrer schlimmsten Wirtschafts- und Finanzkrise seit den 30er Jahren (...) und wir müssen daraus Lehren ziehen. Die Welt muss sich verändern.»

(sda)

Deine Meinung