Sars-Fall jetzt auch in Taiwan
Aktualisiert

Sars-Fall jetzt auch in Taiwan

Nach dem erneuten Auftreten der Lungenkrankheit Sars in China ist nun auch in Taiwan ein Mann mit Sars-Symptomen unter Quarantäne gestellt worden.

Ein 79-jähriger Mann zeigte nach seiner Rückkehr aus China entsprechende Krankheitsanzeichen, teilte das Zentrum für Seuchenkontrolle am Donnerstag mit. In einer ersten Untersuchung habe sich der Sars-Verdacht zwar nicht bestätigt, eine Infektion könne jedoch erst nach einem weiteren Test am (morgigen) Freitag ausgeschlossen werden.

Die chinesischen Gesundheitsbehörden meldeten unterdessen, bei zwei weiteren Patienten habe sich der Verdacht auf eine Sars-Erkrankung bestätigt. Damit stieg die Zahl der Sars-Infizierten in China auf vier. Fünf weitere Personen werden als Verdachtsfälle eingestuft. Bei den jüngsten bestätigten Fällen handelt es sich um die Mutter und die Tante einer Krankenschwester, die sich bei einer Medizinstudentin angesteckt hatte. Die Studentin war in einem staatlichen Labor zur Untersuchung von Sars mit dem lebensgefährlichen Virus in Kontakt gekommen.

Auch nach den neuen Erkrankungen wiesen die Pekinger Behörden und die Weltgesundheitsorganisation (WTO) darauf hin, dass sich bislang nur Personen aus dem Umfeld des Labors angesteckt hätten. Die Gefahr für eine Epidemie wie im vergangenen Jahr sei nicht erwiesen. Um eine Ausbreitung der Krankheit zu verhindern, stehen in China inzwischen 1.000 Personen unter Quarantäne.

Im vergangenen Jahr starben weltweit 774 Menschen an Sars, davon 349 auf dem chinesischen Festland. Mehr als 8.000 Menschen erkrankten. Taiwan meldete damals 346 Erkrankungen und 37 Todesfälle. Die Epidemie stürzte die asiatische Tourismusindustrie in eine Krise und führte bei Fluggesellschaften weltweit zu Umsatzrückgängen. Die Krankheit trat Ende 2002 das erste Mal in der südchinesischen Provinz Guangdong auf. (dapd)

Deine Meinung