Sars-Impfstoff wird an Freiwilligen getestet
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Sars-Impfstoff wird an Freiwilligen getestet

Die chinesische Regierung hat nähere Details über die Erprobung eines Sars-Impfstoffes bekannt gegeben. Die Freiwilligen seien vor etwaigen Risiken und Nebenwirkungen gewarnt worden.

Wie staatliche Medien berichteten, wurden 30 Testpersonen von 20 bis 50 Jahren ausgewählt, die negativ auf den Erreger getestet wurden. Die Injektion mit dem Stoff solle noch in diesem Monat erfolgen. In einer ersten Phase solle die Verträglichkeit überprüft werden.

Am Montag hatte Peking erklärt, die klinische Erprobung eines Impfstoffes habe begonnen. Seit vergangenen April - dem Höhepunkt der Lungenseuche - arbeiten chinesische Wissenschaftler an dem Wirkstoff. Die erstmalige Anwendung des Impfstoffes bedeute jedoch nicht, dass dieser bald in grosser Menge eingesetzt werden könne: «Es muss noch viel Forschungsarbeit geleistet werden, bevor effektiv geimpft werden kann», sagte Zheng Yiaoyu, Direktor der Arzneimittelbehörde, dem Sender CCTV.

Insgesamt würden drei Testphasen durchgeführt, meldete der Kanal weiter. In der dritten Phase solle der Impfstoff auch in Sars-betroffenen Regionen erprobt werden. Tierversuche erwiesen sich nach Angaben der chinesischen Gesundheitsbehörden bereits als effektiv.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnte vor allzu grossen Hoffnungen. Eine wirksame Impfung sei frühestens in zwei Jahren möglich, sagte ein Sprecher in Peking. Der Lungenseuche fielen im vergangenen Jahr weltweit 774 Menschen zum Opfer, 349 davon in China. In den vergangenen Wochen wurden aus der Volksrepublik drei neue Sars-Fälle gemeldet. (dapd)

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