Lichtverschmutzung - Satelliten sorgen dafür, dass es keinen dunklen Ort mehr auf der Erde gibt
Publiziert

LichtverschmutzungSatelliten sorgen dafür, dass es keinen dunklen Ort mehr auf der Erde gibt

Es gibt auf unserem Planeten keinen absolut dunklen Ort mehr. Auch weil Satelliten und Weltraumschrott das Licht auf die Erde zurückstrahlen. Das Problem könnte sich in Zukunft noch verschärfen.

von
Marcel Urech
Das London Eye am 27. März, kurz bevor die Lichter mit dem Start der «Earth Hour» ausgingen.

Das London Eye am 27. März, kurz bevor die Lichter mit dem Start der «Earth Hour» ausgingen.

AFP/Justin Tallis

Darum gehts

  • Ein Grossteil der Weltbevölkerung ist nachts einem unnatürlich hellen Himmel ausgesetzt.

  • Auch Satelliten in der Erdumlaufbahn sind am Verlust der Dunkelheit mitschuldig.

  • Das Problem könnte sich in Zukunft noch weiter verschärfen.

83 Prozent der Weltbevölkerung wohnen an einem Ort, an dem es nachts einen unnatürlich hellen Himmel gibt. Das besagt eine neue Studie (PDF) im Fachmagazin «Monthly Notices of the Royal Astronomical Society». Das Problem sei nicht nur die Beleuchtung von Fabriken, Strassen, Büro- und Wohngebäuden, schreibt die «International Dark-Sky Association». Auch Satelliten in der Erdumlaufbahn seien am Verlust der Dunkelheit mitschuldig. Sie sollen den Himmel in der Nacht um etwa zehn Prozent aufhellen, schätzen die Autoren der Studie. Das habe zur Folge, dass es schon jetzt keinen absolut dunklen Ort mehr auf der Erde gibt.

Satelliten reflektieren Sonne

Laut der Süddeutschen Zeitung umkreisten Anfang Januar über 3300 Satelliten und zehntausende Teile Weltraumschrott die Erde. Diese reflektieren das Licht der Sonne zur Erde zurück, was als Skyglow-Effekt bekannt ist. Ein ungetrübter Nachthimmel hat ein Level von rund 200 Mikro-Candela, die Satelliten und der Weltraumschrott heizen ihn allerdings nochmals um rund zehn Prozent auf.

Unternehmen wie Space-X wollen tausende Satelliten in die Erdumlaufbahn befördern, um mehr Menschen ans Internet anzuschliessen. Auch der WWF sorgt sich um die Lichtverschmutzung. Er organisierte am 27. März die «Earth Hour» – tausende Städte weltweit schalteten für rund eine Stunde das Licht ab.

Deine Meinung

28 Kommentare