Aktualisiert 07.10.2006 12:25

Satellitenbild: Flächenbrände hüllen Indonesien in Rauch

Dutzende Flächenbrände auf Borneo und Sumatra haben die Luftqualität in weiten Teilen von Indonesien, Malaysia und Singapur dramatisch verschlechtert.

Dichter Rauch verdunkelte den Himmel, so dass Flüge ausfielen und Autofahrer auch tagsüber das Licht einschalten mussten. Die Feuerwehr erklärte, die illegal gelegten Brände seien ausser Kontrolle. Erst der Monsunregen, der im nächsten Monat einsetzen dürfte, könne die Flammen löschen.

In Malaysia registrierte am Samstag keine der 51 Messstationen saubere Luft. An 20 Stationen, unter anderem in Kuala Lumpur, wurde die Qualität als ungesund eingestuft. In Singapur wurde die schlechteste Luftqualität seit Jahresbeginn gemessen. Der entsprechende Index erreichte Werte bis zu 130 - ein Wert über 100 gilt als ungesund.

Die Brände werden während der Trockenzeit alljährlich von Bauern oder landwirtschaftlichen Unternehmen illegal gelegt, um auf billige Weise Land für Plantagen zu roden, zumeist für Palmöl. Die meisten Feuer wüten auf Torfboden und schwelen oft unterhalb der Erdoberfläche, wie ein Feuerwehrsprecher auf der Insel Jambi sagte. Die Brände seien daher sehr schwer zu bekämpfen.

1997 und 1998 entstand der Region bei einer ähnlichen Krise ein wirtschaftlicher Schaden in Höhe von 9,3 Milliarden Dollar (7,3 Milliarden Euro). Der stellvertretende malaysische Ministerpräsident Najib Razak forderte die südostasiatischen Staaten am Samstag auf, Indonesien bei der Brandbekämpfung finanziell zu unterstützen. Dem Nachbarland fehle es an Mitteln, um des Problems alleine Herr zu werden. (dapd)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.