Aktualisiert 27.11.2009 13:33

Formel 1

Sauber kauft Sauber - 140 Mitarbeiter entlassen

Peter Sauber hat sein Formel-1-Team von BMW zurückgekauft. Damit ist die Zukunft des Rennstalls gesichert, der ominöse Investor Qadbak aus dem Rennen. Trotzdem kommt es zum Stellenabbau.

von
Peter Haab und Monika Brand

Die Übernahme durch Sauber ist allerdings an die Bedingung geknüpft, dass das Team einen Startplatz für die Saison 2010 erhält. Dies sollte jedoch nach dem Toyota-Rückzug blosse Formsache sein. Der internationale Automobilverband FIA will bis Ende November, also bis Montag, die Startliste für das kommende Jahr veröffentlichen. Dann gibt es endgültig Gewissheit für Ex- und Neu-Patron Sauber sowie die Mitarbeiter in Hinwil.

Rund 140 Stellen werden gestrichen

«Ich bin sehr erleichtert, dass wir diese Lösung gefunden haben», sagt Peter Sauber. Damit bleibe der Standort Hinwil und der Grossteil der Arbeitsplätze erhalten. Zum Stellenabbau kommt es aber dennoch: Rund 140 Mitarbeiter sind davon betroffen, ihnen wurde bereits heute Morgen die Kündigung ausgesprochen. Der Personalbestand wird von 388 auf 250 Personen reduziert. Der Stellenabbau hat aber nicht in erster Line mit dem Rückkauf des Sauber-Teams durch Peter Sauber zu tun, sondern mit den neuen Richtlinien der FIA, die die Formel-1-Teams zum Sparen zwingt.

«Ich bin überzeugt, dass das neue Team eine sehr gute Zukunft in der Formel 1 haben wird, die sich derzeit mit neuen Rahmenbedingungen zugunsten der Privatteams verändert», so Sauber weiter. «Wir haben hier fähige, motivierte Mitarbeiter, und ich freue mich, mit ihnen gemeinsam die neue Herausforderung anzunehmen.»

Qadbak eine Bande von Betrügern?

Der vermeintliche BMW-Sauber-Käufer Qadkbak, der vor anderthalb Monaten als Lösung für den Hinwiler Rennstall präsentiert wurde, ist damit aus dem Rennen. Bereits nach dem Bekanntwerden der Übernahme wurden kritische Stimmen über die Gesellschaft von den British Virgin Islands laut.

Die «SonntagsZeitung» deckte am vergangenen Wochenende schliesslich auf, dass es sich bei Qadback wohl um eine Bande verurteilter Betrüger handelt und es von reichen Geldgebern keine Spur gibt (20 Minuten Online berichtete). Hinter dem Unternehmen steckt offenbar Russel King, der in England einen zweifelhaften Ruf geniesst. Zu Recht: Der Brite musste 1991 für zwei Jahre ins Gefängnis - wegen Versicherungsbetrugs. Zudem hat aktuell ein Gericht einen Teil seines Vermögens eingefroren. Die Behörden ermitteln erneut wegen Betrug gegen King.

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