«Pole Position» mit Peter Haab: Sauber überzeugt: Die Rettung ist nah
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«Pole Position» mit Peter HaabSauber überzeugt: Die Rettung ist nah

Auf der Hochgeschwindigkeits-Strecke von Monza erwiesen sich die Red-Bull-Autos von Sebastian Vettel und Mark Webber als überraschend flügellahm. Damit ist eine WM-Vorentscheidung gefallen und der Traum von Red Bull Racing ausgeträumt. Dafür gibts bei BMW-Sauber im Hinblick auf 2010 gute Nachrichten.

von
Peter Haab

Mit dem Rennen in Monza hat sich die Formel 1 für das Jahr 2009 von Europa verabschiedet. Die letzten vier Rennen des Jahres gehen in Asien und Südamerika über die Bühne. Der Grosse Preis von Italien war auch für Red-Bull-Racing ein Abschied. Einer der bitteren Sorte. Denn Sebastian Vettel und Mark Webber haben sich in Monza vom letzten Funken WM-Hoffnung verabschiedet.

Die Autos des österreichischen Dosen-Herstellers waren derart schwach unterwegs, dass Vettel nur dank Lewis Hamiltons Unfall in der letzten Runde noch zu einem mageren Punkt kam. Im Ziel lag Vettel fast 90 Sekunden hinter Sieger Barrichello zurück. Das reicht nicht, um Button und Barrichello noch einmal herauszufordern. Denn in Norditalien sahen die Formel-1-Fans die grosse Auferstehung von WM-Leader Jenson Button. Der 29-jährige Brite musste sich zwar – wie schon in Valencia – seinem Teamkollegen Rubens Barrichello geschlagen geben. Aber mit 80 zu 66 Punkten bei vier noch ausstehenden Rennen stehen Buttons Chancen auf seinen ersten WM-Titel überaus gut. Klar ist seit Monza jedenfalls: Der Kampf um den WM-Titel 2009 findet in den verbleibenden vier Rennen nur noch in der «geschlossenen Gesellschaft» Brawn-GP statt. Der neue Weltmeister wird Button oder Barrichello heissen.

Soviel zur laufenden Weltmeisterschaft. Im Fahrerlager von Monza machten aber noch ganz andere Themen die Runde. Der sogenannte «Crashgate-Fall», die unsägliche Geschichte, ob Renault-Teamchef Flavio Briatore seinen damaligen Piloten Nelson Piquet junior dazu genötigt hat, beim GP von Singapur 2008 absichtlich einen Unfall zu provozieren. Dies, um seinem Teamkollegen Fernando Alonso dank dem Einsatz des Safety-Cars eine Siegchance zu verschaffen. In dieser Angelegenheit spricht das World Council des Internationalen Automobil-Verbandes (FIA) am 21. September das letzte Wort.

Dann das Märchen rund um das finanziell anscheinend schwer angeschlagene Force-India-Team. Vor 14 Tagen in Belgien die Pole-Position und Platz zwei im Rennen mit Giancarlo Fisichella. Jetzt in Monza Platz zwei im Qualifying und Platz vier im Rennen mit Adrian Sutil. Force India profitiert von einem Technologie-Transfer von McLaren-Mercedes, wo man sich für diese Saison Motor und Getriebe beschafft hat. Was die perfekt gelungene Aerodynamik des Autos betrifft, haben sich die jungen Ingenieure bei Force India allerdings alles selber erarbeitet. Hut ab vor dieser Leistung!

BMW-Sauber kann von solchen Leistungen in diesem Jahr nur träumen. Dafür dürfen sie in der deutsch-schweizerischen Equipe nach dem BMW-Ausstieg Ende Jahr mittlerweile wieder von einer rosigen Zukunft träumen. Am Rande des GP von Italien ist nämlich durchgesickert, dass die Finanzierung für ein Nachfolge-Team steht. Der Standort Hinwil und zumindest der Grossteil der rund 400 Arbeitsplätze wären damit gesichert. Jetzt stellt sich aber noch die alles entscheidende Frage, an wen die FIA den 13. Startplatz für die Formel-1-Weltmeiterschaft 2010 vergibt. Diese Entscheidung soll noch in der ersten Hälfte dieser Woche fallen. Peter Sauber schweigt nach wie vor eisern. «Die Verhandlungen sind in der entscheidenden Phase. Ich kann und darf im Moment gar nichts sagen.» Sauber will sich nicht im letzten Moment um die Früchte seiner enormen Anstrengungen bringen. Denn ohne offizielle FIA-Teilnahme-Bewilligung für die Saison 2010 hat alles nichts genützt. Dann wäre der ganze Stress der vergangenen Wochen für die Katz' gewesen. Und für den Formel-1-Standort Hinwil wäre es das endgültige Aus.

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