Aktualisiert 08.09.2009 19:53

Kantonale WasserstrategieSaubere Gewässer und genug Trinkwasser in Bern

Die Gewässer im Kanton Bern sind mehrheitlich sauber und die Trinkwasservorräte ausreichend. Das sind die ersten Ergebnisse aus den Arbeiten zur Erstellung einer kantonalen Wasserstrategie. Offen bleiben Fragen zur Nutzung der Gewässer für die Stromerzeugung.

Um diese zu klären, hat der Kanton eine Karte erstellt und den Mitgliedern der Begleitgruppe zur Beurteilung vorgelegt, wie die bernische Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion (BVE) am Montag mitteilte. Auf dieser Karte sind das Nutzungspotenzial der Gewässer und ihre Bedeutung für die Ökologie und die Fischerei abgebildet.

Die Karte soll die Grundlage für weitere Diskussionen über eine nachhaltige Nutzung der Wasserkraft bilden und Abwägungen zwischen Nutzungs- und Schutzansprüchen ermöglichen. Hier sieht BVE- Vorsteherin Barbara Egger-Jenzer den grössten Handlungsbedarf.

Der Kanton Bern will zudem für die Beurteilung künftiger Konzessionsgesuche für Wasserkraftwerke ein Instrument entwickeln, dass «im Sinne der nachhaltigen Entwicklung die Dimensionen Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft umfassend beurteilt».

Nutzungskonflikte identifiziert

Mit der Zwischenbilanz zu den Arbeiten für die Erstellung einer kantonalen Wasserstrategie ist Egger-Jenzer zufrieden. «Für mich als verantwortliche Regierungsrätin ist die Bestandesaufnahme in den Bereichen Trinkwasser und Wasserqualität sehr erfreulich», wird die BVE-Vorsteherin in einer Mitteilung zitiert.

Der Trinkwasserverbrauch im Kanton ist seit den 1980er-Jahren rückläufig. Für die Versorgung steht ausreichend Grund- und Quellwasser in guter Qualität zur Verfügung.

Allerdings bestehen im Einzugsgebiet verschiedener Trinkwasserfassungen Nutzungskonflikte mit dem Naturschutz, der Landwirtschaft, dem Hochwasserschutz und den bestehenden Bauten. Zudem müssen in den Wachstumsregionen des Kantons neue Schutzzonen ausgeschieden werden, damit die Trinkwasserversorgung langfristig gesichert ist.

Deutlich gebessert hat sich in den letzten Jahren die Wasserqualität der bernischen Seen, Flüsse und Bäche, wie die BVE weiter schreibt. Dafür verantwortlich sind in erster Linie leistungsfähige Abwasserreinigungsanlagen, die heute praktisch das gesamte Kantonsgebiet abdecken.

Noch zu hoch sind allerdings der Anteil des Fremdwassers und die Nährstoffbelastungen aus der Landwirtschaft. Eine neue Herausforderung stellen die so genannten Mikroverunreinigungen dar.

Leitplanken setzen

Der Startschuss zur Erarbeitung einer kantonalen Wasserstrategie fiel Anfang April. Die Wasserstrategie soll Leitplanken setzen im Spannungsfeld zwischen Ökologie und Ökonomie. Sie soll noch diesen Herbst abgeschlossen und in die Mitwirkung geschickt werden. Der Regierungsrat wird sie voraussichtlich im März 2010 verabschieden. (sda)

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