Sauberes Wasser vermiest den Fischern das Geschäft
Aktualisiert

Sauberes Wasser vermiest den Fischern das Geschäft

Der Bodensee wird immer sauberer und die Fische – immer kleiner. Dies ganz zum Leidwesen der Berufsfischer, die sich über eine sehr schlechte Saison beklagen.

Der 42-jährige Berufsfischer Claudio Görtz aus Altenrhein am Bodensee fängt hauptsächlich Felchen und Eglis. «Diese Saison war bis jetzt ganz lausig», klagt der Vater von vier Kindern. Beim Egli beträgt die Fangquote nur etwa fünf Prozent der in anderen Jahren erzielten Menge, und auch bei den Felchen lief es bis vor kurzem extrem schlecht.

Statt wie sonst 50 bis 60 Kilo holt Claudio Görtz gerade mal fünf bis zehn Kilo am Tag aus dem See. Für den Fischer ist eine so schlechte Saison existenzbedrohend. Aufgeben will er aber nicht: «Ich kämpfe trotz der schlechten Fänge um meinen Beruf und ums Überleben», so Görtz.

Hauptgrund für die schlechten Fänge ist laut Fischereiaufseher Kurt Egloff die bessere Wasserqualität des Bodensees. Durch das saubere Wasser gebe es im See weniger Phosphate, so Egloff. Dadurch wächst das Plankton langsamer, die Fische finden weniger Nahrung und werden nicht mehr so gross wie früher.

Ein weiteres Problem zeigt Roland Riederer vom Amt für Jagd und Fischerei St. Gallen auf: «Im jetzigen warmen Wasser halten sich die Fische im tieferen Bereich des Wassers auf», sagt Riederer. Dort sind sie für die Fischer schlechter erreichbar.

Katja Bigell

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