Aktualisiert 14.06.2008 18:22

NahrungsmittelkriseSaudi-Arabien will im Ausland «ackern»

Um Versorgungsengpässen vorzubeugen, will Saudi-Arabien künftig wichtige Getreidesorten im Ausland anbauen lassen und die Ernten importieren. Einheimische Firmen sollen hierfür staatliche Unterstützung erhalten.

Die Regierung wolle saudiarabischen Firmen den Weg für Investitionen in der Landwirtschaft im Ausland ebnen, damit sie die Ernte dann in die Heimat brächten, sagte am Samstag ein Vertreter des Agrarministeriums der Nachrichtenagentur Reuters.

Es werde deshalb bereits mit Vertretern der Türkei, der Ukraine, des Sudan sowie Ägyptens und Pakistans gesprochen. Es gehe vor allem um den Anbau von Weizen, Gerste, Soja und Reis.

«Wir müssen sicherstellen, dass auch langfristig genug Nahrungsmittel ins Land kommen», sagte der Vertreter mit Blick auf die jüngsten Krise auf den internationalen Rohstoffmärkten.

Saudi-Arabien, der weltweit grösste Erdölexporteur, ist bisher von gewaltsamen Protesten über die jüngst rasant gestiegenen Nahrungsmittelpreise verschont geblieben, wie es sie in anderen Ländern gegeben hat.

Angesichts explodierender Rohstoffpreise hat der Golfstaat aber Subventionen erhöht und Massnahmen gegen Marktspekulationen ergriffen. Saudi-Arabien konnte sich bei der Getreideversorgung bisher nur beim Weizen ausschliesslich auf die heimische Ernte stützen.

Doch die Regierung hat in diesem Jahr angekündigt, die eigene Weizenproduktion für acht Jahre zu stoppen und dieses Getreide nun auch zu importieren. So soll der Raubbau an Grundwasser gestoppt werden.

(sda)

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