Barbarische Justiz: Saudi-Arabien will jungen Mann zur Strafe lähmen
Aktualisiert

Barbarische JustizSaudi-Arabien will jungen Mann zur Strafe lähmen

Ali schlug einem Freund so hart in den Rücken, dass dieser gelähmt blieb. Nun soll den jungen Saudi nach Scharia-Recht das gleiche Schicksal ereilen. Menschenrechtler sind entsetzt.

von
hhs

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat ein Urteil in Saudi-Arabien scharf kritisiert, das die Querschnittslähmung eines jungen Mannes vorsieht. Diese Strafe dürfe nicht vollstreckt werden, erklärte die Amnesty-Vizedirektorin für den Nahen Osten und Afrika, Ann Harrison, am Dienstag.

Die Organisation erklärte unter Berufung auf eine Zeitung, der 24-jährige Ali al-Chawahir sei zu dieser Strafe verurteilt worden, weil er vor zehn Jahren einem Freund in den Rücken geschlagen hatte, der seitdem querschnittsgelähmt ist.

Mit 250'000 Fr. freikaufen

Die Strafe geht auf eine Bestimmung der Scharia, der islamischen Rechtsordnung, zurück, derzufolge ein Täter das Gleiche erleiden soll wie sein Opfer. Wenn al-Chawahir der Lähmung entgehen will, muss er den Angaben zufolge eine Geldstrafe von umgerechnet gut 250'000 Franken zahlen.

«Einen Menschen zur Strafe zu lähmen, wäre Folter», erklärte Harrison. «Es ist an der Zeit, dass die saudiarabischen Behörden beginnen, ihren internationalen rechtlichen Pflichten nachzukommen und diese grausamen Strafen aus den Gesetzen zu streichen.» (hhs/sda)

Deine Meinung