Debakel bei Credit Suisse: So will sich die Grossbank jetzt retten

Aktualisiert

QuartalszahlenSaudi-Geld und 9000 Stellen weg – so will sich die Credit Suisse retten

Der Schweizer Grossbank Credit Suisse geht es nicht gut. Die neusten Zahlen zeigen Verluste auf, die selbst Analysten so nicht erwartet hätten. Mit der Saudi National Bank holt man jetzt einen finanzkräftigen Partner an Bord.

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Für das dritte Quartal legte die Credit Suisse einen Reinverlust von 4,03 Milliarden Franken vor.

Für das dritte Quartal legte die Credit Suisse einen Reinverlust von 4,03 Milliarden Franken vor.

REUTERS
Der Sitz der Saudi National Commercial Bank (NCB) in Riad, Saudi Arabien.

Der Sitz der Saudi National Commercial Bank (NCB) in Riad, Saudi Arabien.

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Die Credit Suisse hat am Donnerstag ihre Zahlen für das dritte Quartal von 2022 herausgegeben. Demnach macht die Bank einen Verlust von über vier Milliarden Franken. Es war der vierte Quartalsverlust in Folge, und er fiel noch höher aus, als Analysten erwartet hatten. Die ersten internationalen Reaktionen fallen kritisch und spöttisch aus.

«Wir wiesen einen den Aktionären zurechenbaren Reinverlust von 4,0 Milliarden Franken aus, gegenüber einem den Aktionären zurechenbaren Reingewinn von 434 Millionen Franken im dritten Quartal 2021», wie die Grossbank in einer Medienmitteilung schreibt.

Mit den unten aufgeführten Massnahmen möchte die Grossbank das Ruder rumreissen.

Einstieg Saudi National Bank

Die Credit Suisse holt mit der Saudi National Bank einen finanzkräftigen Partner an Bord. Die Bank werde bei der beschlossenen Kapitalerhöhung mit 1,5 Milliarden Franken (1,51 Mrd Euro) einsteigen, teilte die Bank am Donnerstag mit. Credit Suisse kündigte die Ausgabe neuer Aktien im Gesamtvolumen von rund vier Milliarden Schweizer Franken an. Das entspricht fast einem Drittel der aktuellen Marktkapitalisierung.

Neuausrichtung CS First Boston

Zudem sollen das Kapitalmarkt- und Beratungsgeschäft in den nächsten drei Jahren in die neue Einheit CS First Boston ausgegliedert werden. «Die künftige CS First Boston strebt die Einwerbung von Fremdkapital sowie eine bevorzugte, langfristige Partnerschaft mit der neuen Credit Suisse an», teilte die Bank mit. An der Spitze wird es einen Wechsel geben. Investmentbank-Chef Christian Meissner verlässt die Grossbank per sofort, wie die Bank am Donnerstag mitteilte. Der bisherige CS-Verwaltungsrat Michael Klein wird zudem aus dem Verwaltungsrat ausscheiden, um als Berater von Group CEO Ulrich Körner die eigenständige Einheit CS First Boston zu lancieren. Ab 2023 wird er dann die CS First Boston übernehmen.

Radikale Umstrukturierung der Investmentbank

Die Credit Suisse beabsichtigt, entscheidende Schritte zur Restrukturierung der Investmentbank zu unternehmen und sich auf Bereiche zu konzentrieren, die enger mit ihrem Kerngeschäft verbunden sind und in denen sie einen Wettbewerbsvorteil hat. Dies beinhaltet eine Veränderung des Risikoprofils. Der Bereich Märkte wird die stärksten und wichtigsten Aspekte des Handels der neuen Credit Suisse umfassen.

Kosteneinsparungen

Die Grossbank möchte ihre Kosten um 2,5 Milliarden Franken senken. Davon wird für 2023 eine Reduktion von 1,2 Milliarden Franken angestrebt. Ein umfassendes Kostentransformationsprogramm wurde eingeleitet und es wird tiefer und weiter gehen, als die Bank bisher angedeutet hat.

Stellenabbau

Ausserdem strebt die nach der UBS zweitgrösste Schweizer Bank Milliardeneinsparungen mit dem sofortigen Abbau von fünf Prozent der Arbeitsplätze, das sind 2700 Stellen, an. Bis Ende 2025 sollen 9000 Stellen abgebaut werden. Die Kosten sollen bis 2025 um etwa 15 Prozent auf dann 14,5 Milliarden Franken sinken.

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(fos)

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