Aktualisiert 17.03.2004 12:40

Saudische El Kaida mit neuem Chef

Zwei Tage nach dem Tod des mutmasslichen Kommandanten der El-Kaida-Terrorgruppen in Saudi-Arabien, Chaled Ali Hadsch, haben die Terroristen nach Informationen der Zeitung «Al-Sharq Al-Awsat» bereits einen neuen Anführer bestimmt.

Der 29-jährige Hadsch war am Montag zusammen mit einem Komplizen in Riad von der Polizei erschossen worden. Nach Informationen der arabischen Zeitung vom Mittwoch ist Abdelasis Issa el Mukrin nun der neue «Emir» der Extremisten in dem islamischen Königreich.

El Mukrin, dessen Name auf einer saudiarabischen Fahndungsliste mutmasslicher Top-Terroristen steht, war laut «Al-Sharq Al-Awsat» bereits im Alter von 17 Jahren als «Gotteskrieger» nach Afghanistan gegangen. Er habe ausserdem in Algerien, Bosnien und Somalia gekämpft und sich zeitweise im Jemen aufgehalten.

In Saudi-Arabien sei er zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Vor zwei Jahren habe man ihn jedoch wegen guter Führung und weil er im Gefängnis den gesamten Koran auswendig gelernt habe, nach Verbüssung der Hälfte seiner Strafe entlassen.

Liberale verhaftet

Das Innenministerium in Riad bestätigte unterdessen die Verhaftung mehrerer Liberaler und gemässigter Islamisten, die kürzlich in einer Petition an Kronprinz Abdullah Ibn Abdelasis demokratische Reformen gefordert hatten.

Die Behörden erklärten, «eine begrenzte Anzahl von Personen wurde zur Befragung über von ihnen veröffentlichte Erklärungen verhaftet, die der nationalen Einheit und unserer auf dem islamischen Recht basierenden Gesellschaft nicht dienlich sind». Dem Vernehmen nach wurden sechs Menschen verhaftet.

In der von 800 Saudis unterzeichneten Petition hatten sie unter anderem mehr Rechte für Frauen und ein gewähltes Parlament gefordert. (sda)

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