Aktualisiert 22.03.2020 04:55

Corona-Krise

Sauerstoff könnte knapp werden

Der steigende Bedarf an komprimiertem Sauerstoff könnte zu einem Engpass führen. Swissmedic prüft nun ein Gesuch des Industriegasverbands.

von
roy
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Die Polizei habe in der vergangenen Woche zu oft einschreiten müssen, sagte Stefan Blättler, Präsident der Kantonalen Polizeikommandanten, im Interview mit dem «SonntagsBlick».

Die Polizei habe in der vergangenen Woche zu oft einschreiten müssen, sagte Stefan Blättler, Präsident der Kantonalen Polizeikommandanten, im Interview mit dem «SonntagsBlick».

Keystone/Peter Schneider
Quer durch die Schweiz habe die Polizei festgestellt, dass Personen das Social Distancing nicht umsetzten. «Sie sassen gemeinsam in Pärken, verweilten in grossen Gruppen an den Seepromenanden und hielten auch sonst kaum Abstand.»

Quer durch die Schweiz habe die Polizei festgestellt, dass Personen das Social Distancing nicht umsetzten. «Sie sassen gemeinsam in Pärken, verweilten in grossen Gruppen an den Seepromenanden und hielten auch sonst kaum Abstand.»

Keystone/Laurent Gillieron
Es zeichnet sich ein Ansturm auf Lieferanten von komprimiertem Sauerstoff ab: Ein Spitalbett mit Beatmungsgerät. (Symbolbild)

Es zeichnet sich ein Ansturm auf Lieferanten von komprimiertem Sauerstoff ab: Ein Spitalbett mit Beatmungsgerät. (Symbolbild)

Keystone/Roland Weihrauch

Auf den Intensivstationen könnte ein Problem mit der Versorgung von komprimiertem Sauerstoff drohen. Es zeichne sich ein Ansturm auf die Lieferanten ab, sagt Hans Michael Kellner, der Chef des Gasunternehmens Messer in Lenzburg AG und Präsident des Industriegaseverbands Schweiz zur Zeitung «SonntagsBlick». Der schnell steigende Bedarf könnte ein Problem werden. Vor allem, weil die Sauerstoffflaschen knapp werden. Mancherorts werden sie aus Angst vor Knappheit gehortet.

Die stählernen Flaschen werden normalerweise regelmässig ausgetauscht, womit laufend neuer Sauerstoff geliefert wird. Werden sie aber gelagert, können sie nicht neu befüllt werden. Eine Lösung könnte die Lockerung von Vorschriften sein. Zurzeit dürfen nur speziell dafür vorgesehene Flaschen mit medizinischem Sauerstoff befüllt werden. «Aber auch andere Flaschen sind absolut geeignet», sagt Kellner. Der Verband habe sich laut Zeitung daher mit einem Schreiben an Swissmedic gewandt.

Nicht nur andere Flaschen sollten in dieser Situation erlaubt werden. Auch andere Personen sollten die Flaschen auffüllen dürfen. Bisher sei es nur für die Firma zugelassenen Personen erlaubt, Sauerstoff abzufüllen. Swissmedic, die derzeit das Gesucht prüft, sagt: «Es muss alles getan werden, damit die dringend benötigte Sauerstoffversorgung auch bei einem raschen Anstieg der Patientenzahlen nicht gefährdet ist.» (roy/sda)

Das neue Coronavirus

Sars-CoV-2 (Severe Acute Respiratory Syndrome Coronavirus 2). Diese Bezeichnung wurde vom International Committee on Taxonomy of Viruses am 11. Februar 2020 beschlossen. Zuvor hatte die Weltgesundheitsorganisation WHO das Virus als 2019-nCoV bezeichnet.

Covid-19 (Corona Virus Disease 2019) heisst.

Damit verhält es sich bei der neuen Krankheit ähnlich wie bei HIV und Aids. Auch dort hat das Virus (HIV) einen anderen Namen als die Krankheit (Aids).

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