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Saufparty im Graffitti: Stadt wusste nichts

Bechern bis zum Umfallen: In einem Berner Jugendtreff steigt am Samstag eine Billigbierparty. Die Stadt hatte davon keine Ahnung, obwohl ihr das Lokal gehört.

Der Eintritt kostet nur fünf Franken, ein Bier gibts für zwei Stutz: An der Low-Price- Party am Samstag («pay less, drink more») im Graffitti können sich Jugendliche für wenig Geld volllaufen lassen. Für Ruedi Löffel vom Blauen Kreuz ist dies verantwortungslos: «Das riecht nach einer Alkoholorgie.» Je tiefer der Preis, desto mehr würden Jugendliche in sich hineinschütten. Löffel: «Dass ausgerechnet ein Jugendtreff für ein Trinkgelage missbraucht wird, ist bedauerlich.»

Dies findet auch Jürg Häberli, Leiter des städtischen Jugendamts: «Das ist unakzeptabel und eine Aufforderung zum Besäufnis.» Und obwohl das Graffitti der Stadt Bern gehört, wusste offenbar niemand von der Party. Häberli will nun mit allen Mitteln versuchen, die Fete zu verhindern: «In städtischen Bauten darf es keine solchen Anlässe geben.»

Vermieter des Lokals ist der Trägerverein für die offene Jugendarbeit der Stadt Bern. Dort übt man sich in Schadensbegrenzung: «Das ist eine Privatparty. Die Hauptverantwortung liegt beim Veranstalter», sagt Co-Geschäftsleiterin Claudia Wechsler. «Aber wir wollen einen verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol und keine Exzesse.»

Lorenz Hanselmann

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