Europaallee: SBB-Baulärm geht Luxus-Mietern auf die Nerven

Aktualisiert

EuropaalleeSBB-Baulärm geht Luxus-Mietern auf die Nerven

Wegen nächtlichem Baulärm wollen Mieter an der Europaallee wegziehen. Nun bietet die Vermieterin SBB den betroffenen Bewohnern Hotelübernachtungen an.

von
Lea Blum
Mieter der Europaallee 35 und 45 stören sich am Lärm der Baustellen bei Nacht.

Mieter der Europaallee 35 und 45 stören sich am Lärm der Baustellen bei Nacht.

Sie sind erst seit dem letzten Dezember fertig: Die zwei Wohntürme an der Zürcher Europaallee beim Hauptbahnhof, deren Wohnungen zwischen 2500 und 5900 Franken pro Monat kosten. Doch die Mieter können sich über ihre Luxuswohnungen nicht so recht freuen. «Es ist unerträglich, ich mache nachts kein Auge zu», beklagt sich eine Mieterin der Europaallee 45. Denn dann werde im Quartier überall gebaut.

«Im Mietvertrag musste ich zwar unterschreiben, dass mir bewusst ist, dass ich in eine Baustellen-Landschaft ziehe», sagt sie. Dass die Bauarbeiten aber vor allem in der Nacht stattfinden und der Lärm so extrem ist, habe sie nicht gewusst. Nun hat sie genug vom Schlafentzug: «Ich sehe mich nach einer neuen Wohnung um.» Auch andere Bewohner sind vom Lärm betroffen. Laut einer Mieterin spüre man sogar Erschütterungen im Boden, die durch Bohrarbeiten entstünden. «Ich denke, sowohl Mieter als auch Vermieter haben das Ausmass unterschätzt.»

SBB bietet Hotelübernachtungen an

Eine rasche Besserung ist nicht in Sicht, denn die Arbeiten dauern noch bis 2020. Dies bedauert man bei der Grundeigentümerin SBB. «Leider lassen sich die nächtlichen Lärmbelastungen durch die Baustellen entlang der Gleise trotz intensiver Anstrengungen der Bauunternehmer aber nicht vermeiden», sagt Sprecherin Lea Meyer auf Anfrage. Zurzeit seien Arbeiten im Bereich der Rampe in den Bahnhof Löwenstrasse im Gange, die laut sind und aufgrund des Bahnbetriebs ausschliesslich in der Nacht durchgeführt werden könnten.

Trotzdem hat die SBB nun reagiert. In einem Brief vom Mittwoch bot sie als Kompensation den Mietern der stark betroffenen Wohnungen eine Zinsreduktion von 20 Prozent zwischen Ende August und Anfang Dezember an. «Alternativ bezahlen wir Mietern Hotelübernachtungen, wenn der nächtliche Baulärm besonders laut ist», so Meyer. Allerdings hätte bis jetzt noch niemand von diesem Angebot Gebrauch gemacht. Für die entstandenen Mehrkosten kommt laut Meyer die SBB auf.

Auch Baumängel sind ein Problem

Aber nicht nur der nächtliche Lärm, auch die brandneuen Wohnungen sind ein Ärgernis: Seit sie im letzten Dezember fertiggestellt wurden, weisen einige laut NZZ noch immer Baumängel auf: Geruchsemissionen, laute Spülungen oder Probleme mit der Heizung sind nur ein paar der zahlreich genannten Beispiele. «Ein Unglück kommt nach dem anderen», wird berichtet.

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