Kaderlöhne 2009: SBB-Chef kassiert eine Million Franken
Aktualisiert

Kaderlöhne 2009SBB-Chef kassiert eine Million Franken

Im letzten Jahr hat der SBB-Chef Andreas Meyer gut eine Million Franken verdient – rund das Doppelte seines Fixlohnes

SBB-Chef Andreas Meyer.

SBB-Chef Andreas Meyer.

SBB-Chef Andreas Meyer hat im Jahr 2009 weniger Lohn erhalten als im Vorjahr. Seine Enschädigung belief sich aber auch im vergangenen Jahr auf über eine Million Franken.

Dies geht aus dem Bericht über die Kaderlöhne beim Bund hervor, den der Bundesrat am Mittwoch genehmigt hat. Meyer erhielt demnach im Jahr 2009 1 007 445 Franken gegenüber 1 084 107 im Vorjahr. Der Fixlohn betrug 540 000 Franken.

357 105 Franken werden als Bonifikationen ausgewiesen, 110 340 Franken als Nebenleistungen. Der Bonus für Meyer stieg damit gegenüber dem Vorjahr um 40 Prozent.

Die SBB bezahlte im Jahr 2009 zudem an ein freigestelltes Kadermitglied eine Abgangsentschädigung in der Höhe von 158 707 Franken. Das Kadermitglied habe die vertraglich festgelegte Lohnfortzahlung erhalten, schreibt das zuständige Departement UVEK dazu. Eigentliche Abgangsentschädigungen leiste die SBB nicht.

Etwas weniger für Post-Chef

Der Post-Chef erhielt mit 789 101 Franken im Jahr 2009 ebenfalls etwas weniger als im Vorjahr (829 387). Der Fixlohn betrug 524 583 Franken. Die Beträge verteilen sich auf die ehemaligen Post-Chefs Ulrich Gygi und Michel Kunz sowie - zu einem kleinen Teil - den aktuellen Chef Jürg Bucher.

Bei der Konzernleitung seien die Gesamtaufwendungen für den Vorsitz wegen der verschiedenen Wechsel tiefer ausgefallen, schreibt das UVEK. Im Einzelnen könnten sie als angemessen beurteilt werden. Höher als im Vorjahr waren die Entschädigungen für den Verwaltungsrat.

Die Erklärung dafür seien die gestiegenen Aufwendungen für die Abgeltung von Sonderfunktionen, schreibt das UVEK. Das Honorar für den ehemaligen Post-Verwaltungsratspräsidenten Claude Béglé belief sich für 9 Monate auf 168 750 Franken.

Etwas mehr für SRG-Chef

Gestiegen ist der Lohn von Armin Walpen, dem Chef der SRG SSR idée suisse: Er kam 2009 auf insgesamt 576 371 Franken, rund 5 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Fixlohn betrug 512 800 Franken. Der Rest wird unter Nebenleistungen ausgewiesen.

2008 hatte der Bundesrat die Unternehmen und Anstalten des Bundes beauftragt, die Bemessung der Boni zu überprüfen und auf einen Beurteilungshorizont von mindestens zwei Jahren auszurichten. Das UVEK stehe mit den ihm zugeordneten Unternehmen noch in Diskussion, hält es fest.

Das Kaderlohnreporting weist auch die Löhne weiterer Kader des Bundes aus. So erhielt etwa der Chef der Ruag 2009 total 779 986 Franken, rund 80 000 Franken mehr als im Vorjahr. Der Chef der Finanzmarktaufsicht Finma erhielt 542 800 Franken, jener der Flugsicherungsbehörde Skyguide 515'125 Franken.

Die Unternehmen und Anstalten des Bundes berichten jährlich den zuständigen Departementen zuhanden des Bundesrates über die Löhne von Geschäftsleitung und Verwaltungsrat. Geregelt sind die Bedingungen in der Kaderlohnverordnung. (sda)

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