SBB: Darf es wieder ein bisschen mehr sein?
Aktualisiert

SBB: Darf es wieder ein bisschen mehr sein?

Bereits im letzten Sommer haben die SBB an ihren Automaten zu teure Tickets verkauft. Nun sorgt ein weiterer Systemfehler für massiv überteuerte Tickets.

Wer an einem SBB-Ticketautomaten ein Ticket von Lausanne nach Moudon im Waadtland löst, der bezahlt 15.80 Franken. Das gleiche Ticket kostet am Schalter nur 12.40 Franken, wie 20 Minutes berichtet. Das ist ein Preisunterschied von 27 Prozent.

Das Problem ist das gleiche wie vergangenen Sommer, als Tickets für gewisse Strecken in der Region Zürich mit einer zusätzlichen Streckenschlaufe über Killwangen-Spreitenbach berechnet wurden.

Der nun im Waadtland entdeckte Softwarefehler in der Streckenberechnung betrifft sämtliche Automaten in der Schweiz. Das Problem führt laut SBB-Sprecher Jean-Louis Scherz zu rund einem Dutzend Strecken mit zu teuer berechneten Tickets im waadtländischen Tarifverbund Mobilis. «Die Strecke Palezieux-Vevey beispielsweise wird fälschlicherweise mit einer Schlaufe über Lausanne berechnet. Hier muss man direkt über Chexbrès-Village lösen, wenn man nicht zu viel bezahlen will», sagt Scherz auf Anfrage von 20minuten.ch.

Noch sind die SBB nicht ganz sicher, wie viele Strecken zu teuer berechnet werden. «Bis Ende Januar werden wir das herausgefunden und das Problem behoben haben», sagt Scherz.

Bis dahin würden die Automaten im von der Panne betroffenen Gebiet mit Hinweisschildern ausgestattet. Ausserdem erstatten die SBB die Differenz auf die regulären Ticketpreise gegen Vorweisen des fehlerhaften Tickets am Schalter zurück.

Da der Software-Fehler erst nach eineinhalb Monaten entdeckt worden ist, dürften Tausende von Franken fälschlicherweise in den Automaten und bei den SBB liegengeblieben sein. «Wir werden allfällig zu viel einkassierte und nicht zurückgeforderte Fahrgelder einer wohltätigen Organisation spenden», sagt Scherz.

Maurice Thiriet, 20minuten.ch

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