Unbezahlte Bussen: SBB entgehen 10 Millionen Franken
Aktualisiert

Unbezahlte BussenSBB entgehen 10 Millionen Franken

Mit dem SBB-Fahrplanwechsel am 11. Dezember müssen Reisende ohne Billett 90 Franken Strafe bezahlen. Schon heute bleibt die SBB auf unbezahlten Bussen im Wert von 10 Millionen Franken sitzen.

von
hag

Ab dem 11. Dezember müssen Zugreisende ohne Billett im Fernverkehr 90 Franken Busse bezahlen. Bereits heute würden Zehntausende ihre Billettbusse nicht bezahlen, wie die Sendung «10vor10» des Schweizer Fernsehens heute Abend berichtet. Mit der neuen Bussenregelung ab dem Fahrplanwechsel dürfte die Anzahl unbezahlter Rechnungen weiter steigen.

Der finanzielle Schaden durch zehntausende Reisende, die Ticketbussen nie bezahlen, ist enorm.

Allein 2500 Passagiere sind in der Kartei, die sechs und mehr Billettbussen nie bezahlt haben.

SBB-Sprecher Reto Kormann bestätigt gegenüber der Sendung «10vor10» des Schweizer Fernsehens: «Wir schreiben jedes Jahr zehntausende Reisende ohne gültigen Fahrausweis ab. Alleine dadurch entgehen der SBB zehn Millionen Franken Billettbussen jährlich.»

Gründe sind laut Kormann: Schwarzfahrer sind weggezogen, geben falsche Personalien an, oder es

ist trotz Betreibung kein Geld zu holen. Nicht eingerechnet ist in den zehn Millionen Franken der

riesige administrative Aufwand, den die Bahn betreibt.

«Mit jeder Busse steigt das Aggressionspotenzial»

Giorgio Tuti, Präsident des Schweizerischen Eisenbahnerverbands SEV, geht davon aus, dass ab

Fahrplanwechsel die Anzahl unbezahlter Bussen noch steigen wird. Denn: Die SBB führen die

Bussenregel auch in Fernverkehrszügen ein. Giorgio Tuti sagt gegenüber «10vor10»: «Mit jeder

Busse steigt das Potenzial von Aggressionen gegen Zugbegleiter. Wir befürchten, dass Kondukteure

vermehrt verbal und auch tätlich angegangen werden.»

SBB-Sprecher Kormann meint zum befürchteten Anstieg unbezahlter Billettbussen: «Wir werden

sehen, ob das Problem zunimmt. Die meisten unserer Kunden haben ein Ticket, wenn sie in den Zug

einsteigen.» Zudem habe man Zugbegleiter angewiesen, die umstrittene Billettpflicht mit Augenmass

und kulant anzuwenden.

Der Beitrag wird heute Freitag, den 9. Dezember 2011, um 21.50 Uhr in der Sendung «10vor10» auf SF 1 ausgestrahlt.

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