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43'000 km zurückgelegtSBB erhält Schmähpreis wegen Europaallee-Steinen

Die Steine der Europaallee kamen aus einem deutschen Steinbruch, wurden nach China verfrachtet und dann zurück in die Schweiz.

Die 145 Millionen Franken teuren Naturstein-Platten für die Gebäudeverkleidung wurden aus Deutschland nach China und wieder in die Schweiz geschifft. Gleiches passierte mit den Sonnenstoren.

Die 145 Millionen Franken teuren Naturstein-Platten für die Gebäudeverkleidung wurden aus Deutschland nach China und wieder in die Schweiz geschifft. Gleiches passierte mit den Sonnenstoren.

Keystone/Steffen Schmidt

Die SBB hat beim Bau der Zürcher Europaallee in den Augen der Alpen-Initiative Transportunsinn verübt. Weil die Steine für die Fassade mehr als ein Mal um die Erde transportiert wurden, verlieh die Umweltorganisation dem Bahnunternehmen den Schmähpreis «Teufelsstein».

Wie die Alpen-Initiative am Dienstag mitteilte, wurden für die Fassade Steine aus Deutschland verwendet. Diese wurden nach China transportiert, dort verarbeitet und zu Fassadenelementen verbaut. Danach wurden sie per Schiff in die Schweiz befördert.

20-mal mehr CO2 produziert

Die Steine legten nach Angaben der Alpen-Initiative einen Weg von über 43'000 Kilometer zurück. Der Erdumfang beträgt rund 40'000 Kilometer. Durch diesen Transport sei 20-mal mehr CO2 produziert worden als bei einer Produktion der Fassade in der Schweiz, schreibt die Alpen-Initiative.

Öffentlich wurde dieser Fall durch den «Tages-Anzeiger» im August 2017. So wurden aber nicht nur die 145 Millionen Franken teuren Naturstein-Platten für die Gebäudeverkleidung einmal um den Globus geschickt – auch die Sonnenstoren kamen aus Deutschland, wurden mit Schiffen nach China transportiert und wieder nach Zürich verschifft. Zudem wurden 3500 Tonnen Fassadenelemente aus der chinesischen Stadt Shenyang bestellt.

Bergkristall für Luzerner Projekt

Die Alpen-Initiative fand in Sachen Gütertransport aber auch positive Beispiele: Sie zeichnete mit dem Preis «Bergkristall» das Luzerner Projekt «Wasser für Wasser» aus. Dieses setzt sich für die Förderung von Leitungswasser in Restaurants und Firmen ein.

Dieses Projekt helfe nicht nur, Transporte zu vermeiden, sondern unterstütze auch Wasserprojekte in Sambia, teilte die Alpen-Initiative mit. Die Gäste bezahlten in den Restaurants für das Leitungswasser und spendeten damit auch Geld.

Die Alpen-Initiative kürte die Gewinner für den «Teufelsstein» und den «Bergkristall» in einer Online-Abstimmung. An dieser beteiligten sich über 8500 Personen. (sda)

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