Immensee SZ - Der tote Wolf vom SBB-Bahngleis dürfte auch drei Schafe gerissen haben 

Aktualisiert

Immensee SZDer tote Wolf vom SBB-Bahngleis dürfte auch drei Schafe gerissen haben 

Ein Wolf hat in Immensee am Dienstag vermutlich drei Schafe gerissen. Am selben Abend wurde im selben Ort ein junger Wolf von einem Zug überfahren. 

von
Gianni Walther
Daniela Gigor
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Dieser junge Wolf wurde am Dienstagabend tot auf dem Trasse in Immensee aufgefunden. 

Dieser junge Wolf wurde am Dienstagabend tot auf dem Trasse in Immensee aufgefunden. 

Amt für Wald und Natur Kanton Schwyz 
Er ist auf dieser SBB-Strecke zwischen Goldau und Luzern in Immensee aufgefunden worden.

Er ist auf dieser SBB-Strecke zwischen Goldau und Luzern in Immensee aufgefunden worden.

Google Street View
Es wird vermutet, dass der Wolf zuvor am selben Morgen in der Martisweid drei Schafe gerissen hatte. 

Es wird vermutet, dass der Wolf zuvor am selben Morgen in der Martisweid drei Schafe gerissen hatte. 

Amt für Wald und Natur Kanton Schwyz 

Darum gehts

Um 21.38 Uhr meldeten die SBB der Kantonspolizei Schwyz, dass sich auf der SBB-Trasse in Immensee ein überfahrener Wolf befindet. Der aufgebotene Wildhüter konnte das Tier als Wolfsrüden identifizieren, teilt der Kanton Schwyz am Mittwoch mit. Der Wolfskadaver wird nun durch das Zentrum für Fisch- und Wildtiermedizin der Universität Bern untersucht. Die genetische Analyse soll zeigen, ob es sich um ein bekanntes Tier handelt.

Sicher ist, dass am Dienstag ein Tierhalter der Kapo Schwyz meldete, dass er im Gebiet Martisweid in Immensee drei tote Schafe aufgefunden hatte. Der zuständige Wildhüter rückte an den Einsatzort aus. «Die vorgefundenen Rissspuren und die Situation vor Ort deuten darauf hin, dass die Schafe durch einen Wolf gerissen wurden», so Manuel Wyss, Jagdverwalter Kanton Schwyz. Der Wildhüter nahm DNA-Proben. 

Es wird geklärt, ob der Wolf etwa 25 Schafe in Bonstetten gerissen hatte 

Diese werden nun in einem Labor analysiert. «So kann festgestellt werden, ob der tote Wolf auch für andere Risse verantwortlich ist», sagt Wyss weiter. Interessant wäre etwa zu wissen, ob dasselbe Tier auch die 25 Schafe im zürcherischen Bonstetten gerissen hatte.

Auf sozialen Medien kursiert ein Video, das zeigt, wie der Wolf von der Martisweid unterwegs war in Richtung Artherstrasse. Das Video wurde aus einem Auto gefilmt und es ist zu sehen, wie das Tier in Panik gerät und wegläuft, nachdem es eine Person sieht, welche ihm zu Fuss entgegenkommt. Betrachtet man die geografische Lage des Risses, des Videos und der Bahngleise, so fällt auf, dass sich alle drei Punkte in unmittelbarer Nähe befinden. 

Dieses Video zeigt, wie der Wolf in Immensee unterwegs ist. Das Video kursiert auf verschiedenen Kanälen der sozialen Medien. 

Whatsapp 

Beim toten Wolf handelt es sich um ein noch nicht ausgewachsenes Jungtier. Wyss geht davon aus, dass der Rüde seinem Rudel weichen musste oder wollte und sich auf der Suche nach einem neuen Territorium befand. Hätte er überlebt, so hätte sich das Tier danach nach einer Partnerin umgesehen, um mit ihr eine Wolfsfamilie zu gründen.

Du weisst von einem Tier in Not?

Hier findest du Hilfe:

Feuerwehr, Tel. 118 (Tierrettung)

Polizei, Tel. 117 (bei Wildtieren)

Tierrettungsdienst, Tel. 044 211 22 22 (bei Notfällen)

Schweizerische Tiermeldezentrale, wenn ein Tier entlaufen/zugelaufen ist

Stiftung für das Tier im Recht, für rechtliche Fragen

GTRD, Grosstier-Rettungsdienst, Tel.  079 700 70 70 (Notruf)

Schweizerische Vogelwarte Sempach, für Fragen zu Wildvögeln, Tel. 041 462 97 00


Tierquälerei:

Meldung beim kantonalen Veterinäramt oder beim Schweizer Tierschutz (anonym möglich)

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