Neue Tariforganisation: SBB führt E-Ticket und Tablet-Automaten ein
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Neue TariforganisationSBB führt E-Ticket und Tablet-Automaten ein

Der öffentliche Verkehr krempelt seine Tariforganisation um. Die Billett-Automaten sollen durch Tablets ersetzt werden.

von
P. Michel
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Seit kurzem ist die Ticket-App Fairtiq schweizweit nutzbar. Später wird die Technologie in die SBB-Mobile-Preview-App integriert. Damit können Fahrten im ÖV automatisch erfasst und abgerechnet werden.

Seit kurzem ist die Ticket-App Fairtiq schweizweit nutzbar. Später wird die Technologie in die SBB-Mobile-Preview-App integriert. Damit können Fahrten im ÖV automatisch erfasst und abgerechnet werden.

Keystone/Manuel Lopez
Fairtiq dürfte zurzeit die grösste Ticket-Erfassungs-App der Schweiz sein. Es gibt aber auch andere Lösungen.

Fairtiq dürfte zurzeit die grösste Ticket-Erfassungs-App der Schweiz sein. Es gibt aber auch andere Lösungen.

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Neben Fairtiq können auch mit der App Lezzgo, hinter der die Berner Bahn BLS steht, automatisch Fahrten registriert und bezahlt werden.

Neben Fairtiq können auch mit der App Lezzgo, hinter der die Berner Bahn BLS steht, automatisch Fahrten registriert und bezahlt werden.

Keystone/Christof Schuerpf

Die Branche des öffentlichen Verkehrs hat sich auf verbindliche Standards für die Verrechnung von Tickets und neue Ticket-Apps wie Fairtiq und Lezzgo geeinigt. Damit würden alle Kunden gleich behandelt, teilt der Verband an einer Medienkonferenz mit.

Künftig soll jede Fahrt mit dem öffentlichen Verkehr mit einem Ticket machbar sein. Bestehende Unterschiede bei den Nutzungsbestimmungen werden aufgehoben. Für die Mitnahme von Tieren oder Velos oder bezüglich verschiedener Altersgruppen sollen künftig einheitliche Bestimmungen gelten.

Für diese Harmonisierung haben die involvierten Verkehrsunternehmen und Verbünde das Projekt «ÖV-Ticket 2020» ins Leben gerufen. Zum Projekt gehört auch eine Neuerung bei den Billettautomaten. Der Verband strebe die Entwicklung von «neuen, benutzerfreundlichen, modernen und kostengünstigen Tablet-Automaten» an. Sie könnten dereinst die grossen Automaten an den Bahnhöfen ablösen.

E-Tickets ab März

«Längerfristig will die SBB die klassischen Automaten, an denen Tickets noch mit Münz bezahlt werden können, durch sogenannte Tablet-Automaten ersetzen», sagt Jeannine Pilloud, Präsidentin der Branchenorganisation Direkter Verkehr (CH-Direct), zu 20 Minuten. Die herkömmlichen Automaten seien sehr teuer. Es sei denkbar, dass es nicht mehr an jeder Haltestelle mehrere klassische Automaten gebe, sondern mehre Tablet-Automaten, an denen etwa direkt mit einer Bezahllösung übers Handy ein Ticket gekauft und auf den Swisspass geladen werden könne, sagt Pilloud.

E-Tickets, mit denen Kunden den An- und Abgangspunkt ihrer Reise erfassen, sollen bei der SBB ab März verfügbar sein, so Pilloud. Entsprechende Apps wie Fairtiq oder lezzgo gibt es auf nationaler Ebene verbundsübergreifend bereits. Sie berechnen per GPS automatisch den Fahrpreis. Testen will die SBB die Funktion in ihrer SBB-Preview-App. Dort können Kunden Feedback geben. Neu an der E-Ticket-Offensive ist, dass nun alle Anbieter auf dieselbe Infrastruktur im Hintergrund zugreifen, die etwa Ticketpreise regelt. Mittelfristig ist laut der ÖV-Branche denkbar, dass mit dem automatischen E-Ticket der Kunde nicht mal mehr den An- und Abgangspunkt bestätigen muss, sondern alles automatisch erfolgt.

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