Aktualisiert 10.12.2019 12:19

Meyer-NachfolgeVincent Ducrot wird neuer Chef der SBB

Vincent Ducrot folgt auf Andreas Meyer. Der leidenschaftliche Bähnler kennt den öV aus dem Effeff.

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Andreas Meyer gibt nach 13 Jahren den Posten als SBB-CEO ab.

Andreas Meyer gibt nach 13 Jahren den Posten als SBB-CEO ab.

Keystone/Laurent Gillieron
Vincent Ducrot, Direktor der Freiburgischen Verkehrsbetriebe TPF, tritt die Nachfolge an.

Vincent Ducrot, Direktor der Freiburgischen Verkehrsbetriebe TPF, tritt die Nachfolge an.

Keystone/Christian Brun
Vincent Ducrot hat rund 18 Jahre bei der SBB gearbeitet.

Vincent Ducrot hat rund 18 Jahre bei der SBB gearbeitet.

Keystone/Cyril Zingaro

Vincent Ducrot wird neuer Chef der SBB. Der Verwaltungsrat bestimmte den 57-jährigen Freiburger zum Nachfolger von Andreas Meyer. Ducrot wird das Amt am 1. April 2020 antreten.

Die SBB hat um 13 Uhr zu einer kurzfristig einberufenen Medienkonferenz eingeladen (20 Minuten berichtet live). Der Name des Nachfolgers von Andreas Meyer sickerte jedoch schon vorher durch.

SBB-Chef Andreas Meyer tritt zurück: Ein Rückblick

Überraschung an der SBB-Medienkonferenz: CEO Andreas Meyer gibt 2020 sein Amt ab. Er freue sich auf eine neue Phase in seinem Berufsleben.
(Video: SDA und SRF)

Ein Rückblick auf Andreas Meyers Zeit bei der SBB.

Ducrot kennt den öffentlichen Verkehr aus dem Effeff. Der 57-jährige Freiburger hat den Freiburgischen Verkehrsbetrieben TPF in den letzten acht Jahren eine neue Dynamik verpasst.

Der leidenschaftliche Bähnler kennt die SBB noch von vor seiner Zeit bei den TPF: Bereits 1993 trat er in den Dienst der Bundesbahnen ein. Von 1999 bis 2011 leitete er den Bereich Fernverkehr. Für die SBB sass er zudem im Lenkungssausschuss für den Freiburger Regionalverkehr RER.

Flaggschiff für 120 Mio. Fr.

Am 1. Juli 2011 übernahm Ducrot schliesslich die Direktion der Freiburger Verkehrsbetriebe TPF und hauchte dem Unternehmen eine neue Dynamik ein. Die Passagierzahlen kletterten in der Folge von 25,7 Millionen (2011) bis auf 32,4 Millionen im letzten Jahr.

Höhepunkt von Ducrets Amtszeit bei den TPF war die Eröffnung des neuen Wartungszentrums in Givisiez im vergangenen Frühling. Dieses veritable Flaggschiff kostete 120 Millionen Franken und vereint Unterhalt, Betrieb, Infrastruktur und Verwaltung von Zügen und Bussen an einem Standort - eine Premiere in der Schweiz.

Im hochmodernen und nachhaltig gebauten Zentrum mit einer Fläche von 70'000 Quadratmetern (13 Fussballfeldern) arbeiten 700 Personen. Ducret modernisierte auch die TPF-Infrastrukturen. So baute er mehrere Bahnhöfe aus, etwa in Belfaux, Pensier, Münchenwiler-Courgevaux, Montbovon und Châtel-St-Denis.

Umsatz und Gewinn gesteigert

Parallel zum Ausbau des TPF-Angebotes stieg auch die Zahl der Mitarbeitenden von 700 auf gegen 1200 Personen. Zudem sollen die Bahnhof-Perimeter zu Wohnquartieren aufgewertet werden. So sind etwa in Bulle Investitionen von 80 Millionen Franken vorgesehen.

2018 erzielten die TPF einen Umsatz von 154,1 Millionen Franken, elf Prozent mehr als im Vorjahr. Der Gewinn verdoppelte sich innert Jahresfrist auf 10,9 Millionen Franken. Ducret trug im weiteren zur Digitalisierung des Unternehmens und der Lancierung der Applikation Fairtiq bei.

Vincent Ducret stammt aus Châtel-St-Denis. Nach Abschluss des Gymnasiums in Bulle bildete er sich an der ETH Lausanne zum Elekroingenieur aus. Am Center for Industrial Management der ETH Zürich absolvierte er ein Nachdiplomstudium. Der 57-Jährige ist verwitet und Vater von sechs Kindern.

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