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So verhalten Sie sich richtigSBB gibt Sicherheits-Mängel wegen Türen zu

Dreimal innert einer Woche war eine Zugtür der SBB bei voller Fahrt offen. Bähnler sind besorgt über die Häufung. Die SBB gibt Verhaltenstipps.

von
juu

Hier sieht man die drei Vorfälle im Video. (Video: 20 Minutes)

Rund 15 Minuten lang fuhr ein Interregio von Genf nach Brig letzten Donnerstag mit einer geöffneten Tür bei voller Fahrt. Es ist bereits der dritte Vorfall dieser Art innert einer Woche. Bähnler sind besorgt über die Häufung: «Die Sicherheit der Passagiere und des Personals ist so nicht gewährleistet», sagt etwa Karin Blättler, Präsidentin von Pro Bahn. Ähnlich sieht es auch Barbara Spalinger, Mediensprecherin der Gewerkschaft des Verkehrspersonals SEV. Laut ihr liegt das Problem unter anderem auch am Personalmangel. «Woran wir immer erinnern ist, dass es sowohl beim Zugpersonal als auch in der Instandhaltung zu wenig Personal hat. Das ist nötig, damit die Bahnen sicher betrieben werden können», so Spalinger.

Nun antwortet die Bahn ihren Kritikern. Sprecher Reto Schärli sagt, es habe sich um «sehr ernste Zwischenfälle» gehandelt. Die SBB gehe jeder einzelnen Meldung nach und analysiere den Vorfall im Detail. Bis jetzt sei noch kein Muster zwischen den drei Fällen erkennbar. «In diesen drei Fällen war die Sicherheit nicht gewährleistet. Falls sich Hinweise auf einen systematischen technischen Fehler ergeben würden, würde die SBB sofort geeignete Massnahmen ergreifen», räumt Schärli ein. Laut der SBB sollen Reisende, die eine offene Tür bei voller Fahrt entdecken, die Notbremse ziehen und das Zugpersonal informieren. «Auf keinen Fall sollte versucht werden, die Tür selber zu schliessen, da man sich dabei in Gefahr bringen würde», so Schärli.

Montage der Endschalter dauert bis Ende 2023

Zu weiteren Fällen ist es gemäss der SBB bislang nicht gekommen. Laut Schärli werden die Türen regelmässig geprüft. Der Defekt könne aber auch während der Fahrt auftreten. Bereits im August sagte die SBB, dass bei den Wagen des Typs EW IV ein bekannter Mangel vorliege, der zu spaltbreit offenen Türen führen könne. «In sehr seltenen Fällen kann es bei den Türen der EW-IV-Wagen dazu kommen, dass sich eine Tür während der Fahrt aufgrund des Luftdrucks spaltbreit öffnet und zwar bis zu zehn Zentimetern. Dies kommt rund zehnmal jährlich vor, bei über 200 Mio. Türschliessungen beim EW IV und geschieht aufgrund eines mechanischen Defekts beim Verriegelungsmechanismus», teilte die Bahn damals mit.

Seit Juli 2019 versuche die SBB, den Defekt im Rahmen des Korrosionsschutzprogramms auszuschliessen. «Dazu wird ein zusätzlicher Schalter zur Türüberwachung montiert: Dieser zeigt an, wenn die Türe nicht korrekt schliesst, der Lokführer hat dann keine Fahrerlaubnis. Der Kundenbegleiter muss vorher feststellen, welche Tür betroffen ist, und kann sie korrekt verriegeln», präzisiert Mediensprecher Schärli. Bis die Endschalter in jedem Wagen montiert sind, wird es aber noch bis Ende 2023 dauern.

Die Analyse der drei eingangs erwähnten Fälle von vollständig geöffneten Türen sei noch nicht abgeschlossen.

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