Aktualisiert 15.05.2018 12:52

Bike-SharingSBB greift in den Kampf um Leihvelos ein

Die Firma Match My Bike will, dass weniger Velos ungenutzt herumstehen. Private sollen ihre eigenen Velos in ihrer Abwesenheit vermieten.

von
ehs
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Der Anbieter Match My Bike plant einen kostenlosen Veloverleih. Nutzer sollen ihre eigenen Velos zur Verfügung stellen und im Gegenzug Zugriff auf andere Velos bekommen.

Der Anbieter Match My Bike plant einen kostenlosen Veloverleih. Nutzer sollen ihre eigenen Velos zur Verfügung stellen und im Gegenzug Zugriff auf andere Velos bekommen.

Keystone/Christian Beutler
Seit dem 14. Mai läuft ein Testbetrieb in den Städten Genf, Lausanne und Yverdon. Die ersten Rückmeldungen seien gut, sagt Jean-Philippe Barras von Match My Bike. Insbesondere die App werde gelobt.

Seit dem 14. Mai läuft ein Testbetrieb in den Städten Genf, Lausanne und Yverdon. Die ersten Rückmeldungen seien gut, sagt Jean-Philippe Barras von Match My Bike. Insbesondere die App werde gelobt.

Match My Bike
Zu den Partnern des privaten Veloverleihs gehört auch die SBB. Sprecher Oli Dischoe sagt: «Der SBB ist es ein Anliegen, den umweltfreundlichen und nachhaltigen Langsamverkehr zu fördern.»

Zu den Partnern des privaten Veloverleihs gehört auch die SBB. Sprecher Oli Dischoe sagt: «Der SBB ist es ein Anliegen, den umweltfreundlichen und nachhaltigen Langsamverkehr zu fördern.»

Keystone/Christian Beutler

Publibike, O-Bike, Limebike und Co. erhalten kostenlose Konkurrenz. Zwischen Mai und Juli testet das Start-up Match My Bike (MMB) in drei Städten der Westschweiz seinen Veloverleih. Die Velos werden dabei von Privaten zur Verfügung gestellt.

Konkret sollen Velobesitzer ihr Velo für einen frei wählbaren Zeitraum freischalten können. Im Gegenzug erhalten sie Zugriff auf alle anderen freien Velos. Die Velos werden mit einem Schloss ausgerüstet, das sich über die App von Match My Bike öffnen lässt.

«Idee, Velo zu teilen, überzeugt»

Der Testbetrieb findet seit gestern in Lausanne, Yverdon und Genf statt. Nach dem Pilotprojekt werde entschieden, ob das Gebiet ausgedehnt werde, sagt Jean-Philippe Barras von MMB. «Das System wäre in der ganzen Schweiz und sogar darüber hinaus denkbar», sagt er.

Die Teilnahme an der Plattform sei kostenlos, so Barras. Nur das Vorhängeschloss müsse gekauft werden. Während des Testbetriebs würde auch dieses zur Verfügung gestellt. «Unsere Umfragen belegen, dass die Idee, sein Velo zu teilen, viele überzeugt», sagt Barras. Darüber hinaus seien private Velos sympathischer als die generischen, manchmal schweren Velos der Verleih-Konkurrenz.

Kleine Reparaturen sind kostenlos

Der gestrige Start habe zwar bei Regen und schlechtem Wetter stattgefunden. Es seien aber keine technischen Probleme gemeldet worden, die Rückmeldungen der Pilot-Nutzer seien gut. Insbesondere werde die intuitive und einfach zu bedienende App gelobt, sagt Barras.

Jedes neue Velo werde von einem Team von Mechanikern geprüft Es werde sichergestellt, dass die Velos sicher seien. Kleinere Reparaturen würden kostenlos durchgeführt, grössere seien in der Verantwortung der Teilnehmer. «Mit der App können wir die Verantwortlichkeiten festlegen, falls es zu grösseren Beschädigungen kommt», sagt Barras. MMB rechne aber damit, dass es wenig Probleme geben werde. «Nutzer werden Velos in der Hand haben, die eine Geschichte haben und jemandem gehören. Es sind keine Massen-Velos wie bei anderen Verleihern.»

Die SBB als Partnerin

Hinter dem Projekt MMB steckt die Walliser Firma Oureka, die unter anderem von der Stiftung Inartis finanziert wird. Der Testbetrieb wird von der SBB unterstützt. Die Bahn ermögliche den Zugang zu Bahnhöfen und weiteren Partnern, sagt SBB-Sprecher Oli Dischoe.

«Der SBB ist es ein Anliegen, den umweltfreundlichen und nachhaltigen Langsamverkehr besonders auf der letzten Meile vom und zum Bahnhof zu fördern», sagt Dischoe. So gebe es etwa auch eine Partnerschaft mit dem Bikesharing-Anbieter Publibike, einer Postauto-Tochter. Ob MMB in Zukunft kosten wird, ist noch unklar. Der Fokus liege zurzeit auf dem Pilotprojekt, sagt Dischoe.

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