Personalmangel: SBB holt sich Lokführer aus Deutschland

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PersonalmangelSBB holt sich Lokführer aus Deutschland

Bei der SBB herrscht Personalmangel im Führerstand. Sie braucht dringend 40 fertig ausgebildete Lokführer. Diese sollen nun im Ausland rekrutiert werden.

von
pat
Zu wenig Lokführer ausgebildet: Jetzt muss die SBB 40 Fachleute aus dem Ausland rekrutieren.

Zu wenig Lokführer ausgebildet: Jetzt muss die SBB 40 Fachleute aus dem Ausland rekrutieren.

Es eilt. Die SBB braucht dringend 40 Lokführer, um Engpässe zu umgehen. Darum hat sie den Personalvermittler MEV Schweiz beauftragt, ausgebildete Lokführer zu rekrutieren. Ein Ausschreibeverfahren für Stellenvermittler gibt es nicht. «Aufgrund unverhersehbarer Ereignisse wird die Beschaffung so dringlich, dass kein offenes oder selektives Verfahren durchgeführt werden kann», heisst es bei der SBB.

Die Bahn benötige schnell 40 voll ausgebildete Lokführer, sagt SBB-Sprecher Daniele Pallecchi gegenüber der «NZZ am Sonntag». Der Personalbedarf steige unter anderem wegen der zahlreichen Baustellen auf dem Netz und den obligatorischen Schulungen für das neue Sicherungssystem ETCS 2.

Lokführer aus Deutschland

Diese Lokführer kommen mehrheitlich aus Deutschland, wie die «Schweiz am Sonntag» berichtet. In der Schweiz sei der Markt «ausgetrocknet», sagt SBB-Sprecherin Lea Meyer der Zeitung.

Die Lokführer sollen nach einer zusätzlichen Schulung ab Ende Jahr im Einsatz stehen. «Die Leistungen beim MEV einzukaufen, ist eine gute Lösung, um schnell an gut ausgebildetes Personal zu gelangen», so Meyer.

Die rund 3000 SBB-Lokführer, die im Einsatz sind, hat die Bahn selber ausgebildet. Offenbar wurde der Nachzug neuer Lokführer vernachlässigt. «Wir haben vor zwei Jahren vier bis sechs Klassen mit je zwölf Aspiranten zu wenig bestellt», sagt Sprecher Pallecchi.

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