SBB ist sicherer geworden
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SBB ist sicherer geworden

Sie verzeichneten 95 sicherheitsrelevante Betriebsereignisse, was einem Rückgang um sieben Prozent entspricht.

Sorgen bereitet der Umgang von Reisenden mit der Bahn. Das Personal ist auch mehr Aggressivität ausgesetzt.

Im Berichtsjahr kam es zu 28 Zusammenstössen im Personen- und Güterverkehr, einem mehr als im Vorjahr, wie aus dem der AP vorliegenden Sicherheitsbericht 2003 hervorgeht. Drei Viertel davon waren Anpralle im Rangierbereich. Erstmals seit dem Unfall im Berner Stadtteil Weissenbühl von 1999 war in Zürich-Oerlikon bei einer Zugskollision wieder ein Todesopfer zu beklagen. Um fast die Hälfte auf 14 zurück gegangen sind dagegen die Entgleisungen. Diese Entwicklung wird von den SBB auf die verbesserte Sensibilisierung des Personals zurückgeführt, das sicherheitsbewusster arbeitet. Dies zeigt auch, dass punkto Sicherheit am Arbeitsplatz ein bisher noch nie erreichtes Ergebnis erzielt wurde. Noch stärker zurückgegangen sind die Unfälle auf Bahnübergängen, die von zwölf auf fünf gesunken sind. Mit 75 unbewachten Bahnübergängen wurden im vergangenen Jahr zudem rund 20 mehr saniert als geplant. Inklusive Seetal- und Brünigbahn verbleiben noch 561 unbewachte Niveauübergänge. In den nächsten fünf Jahren sollen gegen 280 weitere saniert werden.

Grosse Sorgen bereiten den SBB die Personenunfälle im Zusammenhang mit fahrenden Fahrzeugen. Sie stiegen um über ein Drittel auf 39 an. Etwa zwei Drittel dieser Unfälle sind auf unbefugtes Überschreiten der Gleise sowie auf das Auf- und Abspringen bei fahrenden Zügen zurückzuführen. «Das ist leichtsinnig und lebensgefährlich», sagte SBB-Sprecher Roland Binz zu dieser Entwicklung. Die SBB planen in diesem unfallträchtigen Bereich nach dem Schulzug im vergangenen Jahr weitere Sensibilisierungekampagnen.

Während die Zahl der Raubtaten und der Einbrüche in Kassenräume rückläufig ist, verzeichneten die SBB bei den Aggressionen gegen das Personal eine Zunahme um einen Viertel auf 686 Fälle. Laut Binz geht dieser Trend einher mit dem Trend in der Gesellschaft zu mehr Aggressionen. Tatsächlich gehe die Zahl der notwendigen Arztbesuche von SBB-Personal wegen Aggressionen jedoch tendenziell zurück. Zur weiteren Verbesserung der Sicherheit von Kunden und Personal wird die Bahnpolizei bis Ende 2005 von heute 150 auf 250 Personen aufgestockt. Die Zahl der Vandalenakte blieb mit 3.147 (Vorjahr 3.063) auf hohem Niveau stabil. Die Schadensumme am Rollmaterial nahm von 6,1 auf 6,0 Millionen Franken ab.

Auch das Überfahren von haltzeigenden Signalen war im Berichtsjahr rückläufig. Verzeichnet wurden 86 Fälle gegenüber 90 im Vorjahr. Das Überfahren eines Hauptsignals bedeutet aber nicht in jedem Fall eine Gefährdung, wie Binz erklärt. Nicht erfasst wurden in dieser Statistik die Fälle, in denen das Zugbeeinflussungssystem (ZUB) das Überfahren eines Haltesignals verhinderte. Rund 2.200 Signale sind heute auf dem SBB-Netz mit dem ZUB zusätzlich abgesichert. (dapd)

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