Putzpersonal: SBB krebst bei WC-Lohnzuschlag zurück

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PutzpersonalSBB krebst bei WC-Lohnzuschlag zurück

Die SBB strich Anfang Jahr die Zulage von 1.45 Franken pro Stunde für das Reinigen von Zug-WCs. Nun sagt die SBB: «Kein Mitarbeiter soll weniger Lohn erhalten.»

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mm
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Reinigungsmitarbeiter der SBB bekamen bis anhin eine Zulage für Arbeiten, die besonders schwer oder unangenehm sind.

Reinigungsmitarbeiter der SBB bekamen bis anhin eine Zulage für Arbeiten, die besonders schwer oder unangenehm sind.

Keystone/Martin Ruetschi
So gab es für die Entfernung von Graffiti im Wageninneren ...

So gab es für die Entfernung von Graffiti im Wageninneren ...

Keystone/Martin Ruetschi
... oder für die Reinigung von Zugtoiletten eine sogenannte «Arbeitserschwerniszulage».

... oder für die Reinigung von Zugtoiletten eine sogenannte «Arbeitserschwerniszulage».

Keystone

Dreckige Zug-WCs, unzählige Graffiti in den Wagen: Bis anhin erhielten Reinigungsmitarbeiter der SBB für solch besonders unangenehme Arbeiten einen Zuschlag von 1.45 Franken pro Stunde. Seit Anfang Jahr zahlte die SBB diesen Zuschlag nicht mehr aus.

Wie 20 Minuten Anfang April berichtete, regte sich beim SBB-Putzpersonal Widerstand gegen die Streichung der sogenannten Arbeitserschwerniszulage, die manchen rund 50 Franken pro Monat mehr Lohn einbrachte.

Gewerkschaft machte Druck

Auch die Gewerkschaft des Verkehrspersonals (SEV) konnte den Wegfall dieses Lohnzuschlags nicht nachvollziehen: «Das Reinigungspersonal verdient ohnehin von allen Mitarbeitern am wenigsten. Die SBB spart hier also bei den tiefsten Einkommen», kritisierte Gewerkschaftssekretär Jürg Hurni. Betroffen seien 510 Personen mit einem Jahreseinkommen zwischen 42'000 und 62'000 Franken.

«Kein Mitarbeiter soll weniger Lohn erhalten»

In einer Medienmitteilung rudert die SBB nun zurück: «Wir halten fest, dass die SBB bei den Reinigern nicht sparen will und keine Löhne senken wird.» Der Reinigungszuschlag werde neu direkt in die Löhne eingebaut, was dessen Auszahlung vereinfache. Für die am meisten belastenden Arbeiten gebe es die «Erschwerniszulage» weiterhin. «Kein Mitarbeiter soll weniger Lohn erhalten.»

Die SBB sei momentan daran, gemeinsam mit den Sozialpartnern eine gute Lösung auszuarbeiten. Die Gespräche liefen.

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