Herzige Aktion: SBB-Lokführer fährt mit Plüsch-Käfer durchs Land
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Herzige AktionSBB-Lokführer fährt mit Plüsch-Käfer durchs Land

Als Lokführer Andy Weber einen Plüsch-Marienkäfer findet, bringt er es nicht übers Herz, ihn ins Fundbüro zu bringen. Stattdessen zeigt er ihm seinen Arbeitsalltag.

von
nk

Schon fast 30 Fotos sind im Album «Bugs Live». (Video: nk)

Bei seiner Kontrollrunde durch den Zug fand Lokführer Andy Weber in der Nacht auf den 2. September einen verloren gegangenen Plüsch-Marienkäfer. Spontan schoss er ein paar Fotos und lud sie auf Facebook. Sie zeigen den Rest des Abends aus Sicht des Plüschtiers. «Ich durfte sogar im Führerstand mitfahren», sagt der Marienkäfer auf einem Bild.

Einen Tag später hätte das Stofftier in die Fundkiste wandern sollen. Doch das brachte Weber nicht übers Herz: «Viele hatten mir geschrieben und wollten wissen, wie denn jetzt die Geschichte weitergehe», sagt er.

Wildfremde auf der Strasse angesprochen

Seit knapp einer Woche ist der Plüschkäfer Webers treuer Begleiter. Und seit Donnerstag hat er auch einen Namen: Bugs. Mittlerweile ist das Album «Bugs Live» auf rund 30 Bilder angewachsen, die ihn an allen möglichen Orten zeigen, vom Bahnhof bis zum Stierenmarkt (siehe Video oben). «Ich bin selber überrascht über den Hype, den das Ganze ausgelöst hat», sagt Weber.

Bugs hat sich in kurzer Zeit eine Facebook-Fangemeinde aufgebaut. Sie war es auch, die ihm den Namen gegeben hat. «Ich bekomme nur positives Feedback», sagt der Lokführer. Und das sogar ausserhalb des Internets: «Am Stierenmarkt in Zug sprach mich eine wildfremde Person an und rief: ‹Ach, du bist der mit dem Marienkäfer!›», so Weber.

SBB findet Aktion «sympathisch»

Bisher hat sich der Besitzer trotz Aufruf auf Facebook noch nicht gemeldet. Weber wäre nicht traurig, im Gegenteil: «Ich würde mich für Bugs freuen, wenn er in sein richtiges Zuhause zurückkönnte.» Und er gibt zu: «Das Ganze ist relativ zeitaufwendig. Ich muss mir immer neue Storys überlegen.» Doch bisher habe er Spass daran.

Die SBB begrüsst die Aktion: «Wir finden es sympathisch, dass der Lokführer dem Marienkäfer Einblick in seinen Berufsalltag gibt und ihn mittels Bildbearbeitungsprogramm mit auf seine Fahrten nimmt», sagt Sprecherin Franziska Frey.

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