SBB mit dem Wakkerpreis ausgezeichnet
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SBB mit dem Wakkerpreis ausgezeichnet

Der Schweizer Heimatschutz hat den diesjährigen Wakkerpreis am Samstag im Zürcher Hauptbahnhof den SBB übergeben.

SBB-Chef Benedikt Weibel nahm die Auszeichnung entgegen, mit der die Baukultur der SBB gewürdigt wurde. Die SBB stiften das Preisgeld von 20.000 Franken für einen Kunstführer über das «Chileli» von Wassen.

Zum 100. Jubiläum zeichnete der Schweizer Heimatschutz (SHS) erstmals nicht eine politische Gemeinde aus, sondern ein Unternehmen der öffentlichen Hand, wie Caspar Hürlimann sagte, der den SHS bis zum vergangenen 1. Juli präsidiert hatte. Bei den SBB bestehe die Einsicht, dass die Bahn auch ein Denkmal sei. Auswahlkriterium für den Wakkerpreis ist laut Hürlimann nicht nur das sorgfältige Erhalten von Baudenkmälern, sondern auch die qualitätsvolle Gestaltung der Neubauten. Neueste Aushängeschilder der SBB seien hier der neue Zuger Bahnhof, die Passerelle über dem Bahnhof Basel oder die «Welle» von Bern. Der respektvolle Umgang mit historischer Bausubstanz lasse sich etwa in Biel, Basel und Delsberg ablesen.

Hürlimann räumte aber ein, dass das Verhältnis zwischen SHS und SBB nicht immer und überall ungetrübt war. 1969 sei etwa der Abbruch der Zürcher Bahnhofshalle erwogen worden, bevor unter dem damaligen SBB-Chefarchitekten Ueli Huber ein Meinungsumschwung stattgefunden habe. Der Preis sei denn auch nicht nur als hohe Auszeichnung, sondern ebenso als Verpflichtung zu verstehen, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen.

Laut Weibel kam bei den SBB die Ehrung bereits als Ansporn an. So könne ab sofort im Internet abgerufen werden, was die SBB denkmalpflegerisch täten und dokumentierten. Das Preisgeld soll für die Beleuchtung einer «Eisenbahn-Ikone» verwendet werden. Die SBB stiften die 20.000 Franken der Gesellschaft Schweizerischer Kunstgeschichte, die damit einen Kunstführer über die Kirche in Wassen (UR) finanziert.

Bundesrat Pascal Couchepin gratulierte den SBB zur Auszeichnung und wies auf die grosse Bedeutung der Bahn für die Schweiz hin. Schon seit seiner Kindheit sei er sich dieser Bedeutung bewusst und deshalb freue es ihn besonders, dass die SBB den Preis erhalten hätten. Gerade der Bahnhof Zürich zeige sehr gut, wie neue und moderne Elemente in das Bestehende integriert werden könnten. Couchepin ermunterte die SBB, auf dem eingeschlagenen Weg weiterzugehen und wies auf die grossen Herausforderungen hin, die in Zukunft auf die SBB zukämen.

(dapd)

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