Aktualisiert 07.12.2019 00:34

RisikoSBB-Mitarbeiter warnen vor Einsatz von Funkgerät

Beim Rangieren setzen SBB-Arbeiter das Funkgerät Lisa ein. Doch das Gerät funktioniert nicht zuverlässig. Der Rangierpersonalverband fordert den Einsatzstopp.

von
bsc
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Eigentlich sollte Lisa die Kommunikation beim Rangieren an den Bahnhöfen vereinfachen, doch die Verbindung bricht immer wieder ab.

Eigentlich sollte Lisa die Kommunikation beim Rangieren an den Bahnhöfen vereinfachen, doch die Verbindung bricht immer wieder ab.

Keystone/Gaetan Bally
Das digitale Funkgerät der SBB funktioniert nicht richtig.

Das digitale Funkgerät der SBB funktioniert nicht richtig.

Keystone/Gaetan Bally
Das führe zu Fehlern und stelle ein potenzielles Risiko für die Mitarbeiter dar, teilen die SBB mit.

Das führe zu Fehlern und stelle ein potenzielles Risiko für die Mitarbeiter dar, teilen die SBB mit.

Keystone/Gaetan Bally

Eigentlich sollte Lisa die Kommunikation beim Rangieren an den Bahnhöfen vereinfachen, doch die Verbindung bricht immer wieder ab: Das digitale Funkgerät der SBB funktioniert nicht richtig. Das führe zu Fehlern und stelle ein potenzielles Risiko für die Mitarbeiter dar, teilen die SBB mit.

Damit nicht genug: Auch die Hülle von Lisa hat sich als ungeeignet herausgestellt: Es kann Wasser eintreten und zum Ausfall der Geräte führen. Die Mitarbeiter wollen laut Mitteilung nicht mehr unter diesen Bedingungen arbeiten.

Sofortiger Einsatzstopp gefordert

Der Zentralausschuss des Unterverbands des Rangierpersonals fordert den sofortigen Einsatzstopp von Lisa, wie die «Zeitung des SEV» schreibt. Dass der Einsatz des Gerätes «bisher keine Schwerverletzten oder gar Todesopfer gefordert haben, ist ein glücklicher Zufall», wird der Verband zitiert.

Sollte ein Unfall mit Funk Lisa geschehen, der menschliches Leid verursache, ziehe der Verband sämtliche Kollegen, die mit diesem Gerät arbeiten müssen, aus der Verantwortung. «Die Verantwortung liegt zu 100 Prozent bei der Leitung», schreibt der Zentralausschuss des Rangierpersonals in seinem Sitzungsbericht.

Bei Funkloch muss Fahrt gestoppt werden

Jetzt haben die SBB Massnahmen in die Wege geleitet. So wurden die Mitarbeitenden darüber informiert, dass sie bei Funkunterbruch die Rangierfahrt sofort stoppen sollen. Weil die Funkverbindung an gewissen Orten schlecht und an anderen gut ist, prüft die Bahn nun, in welchen Gebieten Lisa nicht funktioniert. Im Extremfall könne es sein, dass in gewissen geografischen Gebieten vorläufig nicht mehr rangiert werde, schreibt das Unternehmen.

Seit 2015 ersetzen die SBB den Analogfunk durch das digitale Gerät Lisa. Der Rückbau des analogen Funknetzes werde aufgrund der Störungen momentan gestoppt. Weiter prüft die Bahn, ob für sicherheitsrelevante Meldungen eine telefonische Meldestelle eingerichtet werden soll.

Zudem werden alle im Einsatz stehenden Geräte ab Sommer 2020 durch neue Geräte ersetzt, deren Gehäusehülle wasserdicht und schlagfest ist.

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