SBB muss pünktlicher werden

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SBB muss pünktlicher werden

Der Bundesrat steckt der SBB hohe Ziele für die nächsten vier Jahre. Er erhöht die Vorgaben für die Pünktlichkeit und erwartet einen «angemessenen» Gewinn. Viel Ertrag verspricht er sich aus den Immobilien.

Der Bundesrat legte am Donnerstag die strategischen Vorgaben an die SBB für die nächsten vier Jahre fest. Als Alleinaktionär verlange der Bund von dem Unternehmen, den Nutzen für die Kunden zu steigern und einen massgeblichen Beitrag zur Verkehrsverlagerung von der Strasse auf die Schiene zu leisten.

Pünktlichkeit an Werktagen

Erhöht hat der Bundesrat die Pünktlichkeitsvorgabe: Zwar müssen wie bis anhin mindestens 95 Prozent aller Züge zur Zeit ans Ziel kommen, wie der Sprecher des Eidg. Verkehrsdepartements (UVEK), André Simonazzi, auf Anfrage sagte.

Massgebend ist aber nicht mehr der Durchschnittswert der ganzen Woche, sondern nur noch der Werktage. Wegen des grösseren Verkehrsaufkommens wird die Aufgabe für die SBB dadurch erschwert. Zudem wolle man dann messen, wenn die Leute auf pünktliche Züge angewiesen seien, sagte Simonazzi.

SBB: Bereits erreicht

Laut eigenen Angaben legte die SBB in den letzten Jahren bei der Pünktlichkeit stetig zu: Im Jahr 2002 verkehrten 94,9 Prozent der Züge pünktlich, 2005 waren es bereits 95,7 Prozent. Trotzdem war das Unternehmen gerade damals - nach dem grossen Fahrplanwechsel - wegen zunehmender Verspätungen in die Kritik geraten.

Die SBB messe die Werktagspünktlichkeit seit diesem Jahr systematisch, sagte SBB-Sprecher Roland Binz auf Anfrage. Im ersten halben Jahr seien über 95 Prozent dieser Züge pünktlich verkehrt. Die SBB werde alles daran setzen, dass dies so bleibe.

150 Millionen aus Immobilien

Der Bundesrat verlangt von der SBB zudem einen «angemessenen» Jahresgewinn, ohne einen konkreten Betrag zu nennen. Dieser soll für Investitionen in Rollmaterial, in die Infrastruktur und als Beteiligung an die Sanierung der Pensionskasse genutzt werden.

Viel verspricht sich die Regierung von den kommerziell genutzten SBB-Immobilien, zu denen etwa die grossen Bahnhöfe gehören. Dieses Geschäftsfeld soll jährlich Ausgleichszahlungen von 150 Millionen Franken an die Infrastruktur leisten.

Wachstumspotenzial sieht der Bundesrat beim internationalen Verkehr. Er verlangt gute Verbindungen zu Wirtschaftszentren und zu internationalen Flughäfen. Beim Regionalverkehr muss die SBB die Leistung pro Abgeltungsfranken verbessern - unter anderem beim Rollmaterial und bei der Kundeninformation. (sda)

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