Aktualisiert 01.03.2019 07:16

Maschine reinigt automatisch

SBB-Pendler warten oft vergeblich auf Kaffee

Es ist der Albtraum vieler ÖV-Pendler: Der Kaffee fällt aus. In Speisewagen der SBB kommt das häufiger vor. Nun wurden Mitarbeiter nachgeschult.

von
ehs
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Ein Pendler erhielt kürzlich in einem Intercity keinen Kaffee, weil sich die Maschine laut einem Mitarbeiter gerade selbst reinigte. Das ist kein Einzelfall.

Ein Pendler erhielt kürzlich in einem Intercity keinen Kaffee, weil sich die Maschine laut einem Mitarbeiter gerade selbst reinigte. Das ist kein Einzelfall.

Keystone/Martin Ruetschi
Der Grund dafür ist ein Reinigungsprogramm, das sich automatisch startet und 40 Minuten dauert, wenn es nicht die Mitarbeiter am Vorabend selbst gestartet haben.

Der Grund dafür ist ein Reinigungsprogramm, das sich automatisch startet und 40 Minuten dauert, wenn es nicht die Mitarbeiter am Vorabend selbst gestartet haben.

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Es sei «vereinzelt vorgekommen», dass ein Mitarbeiter das Hygieneprogramm am Vorabend nicht gestartet habe, sagt SBB-Sprecher Pallecchi.

Es sei «vereinzelt vorgekommen», dass ein Mitarbeiter das Hygieneprogramm am Vorabend nicht gestartet habe, sagt SBB-Sprecher Pallecchi.

Keystone/Martin Ruetschi

Die Szene spielte sich kürzlich in einem Intercity von Zürich nach Bern ab. Ein Mitarbeiter des Speisewagens fragte die Passagiere nach ihren Wünschen. Doch der bestellte Kaffee kam nicht: Die Maschine müsse 40 Minuten gereinigt werden, erklärte der Mitarbeiter dem enttäuschten Gast, der den Vorfall im «Bahnforum» schilderte.

Auch andere Pendler äussern sich mit ähnlichen Klagen – und äussern eine Theorie: Die neuen Maschinen der SBB-Tochter Elvetino würden sich selbst in einem bestimmten Intervall reinigen. Dieser Vorgang könne weder abgebrochen noch geplant gestartet werden.

«Programm beginnt automatisch»

Die SBB bestätigt diesen Sachverhalt. Sprecher Daniele Pallecchi sagt, die rund 100 alten Kaffeemaschinen der Speisewagen würden seit vergangenem Jahr ersetzt, weil die herkömmlichen am Ende ihrer Lebensdauer angelangt seien. Zur Sicherstellung der Lebensmittelvorschriften müsse täglich ein längeres Reinigungsprogramm durchgeführt werden.

Das sollte eigentlich ausserhalb der Öffnungszeiten stattfinden und durch die Mitarbeiter gestartet werden. Es sei «vereinzelt vorgekommen», dass ein Mitarbeiter das Hygieneprogramm am Vorabend nicht gestartet habe, räumt Sprecher Pallecchi ein. «Dann beginnt spätestens nach 24 Stunden aufgrund strikter Vorschriften automatisch das Hygieneprogramm.» Das dauere gut 40 Minuten, in denen kein Kaffee aus der Maschine mehr fliesst.

Mitarbeiter wurden sensibilisiert

Die Frage, ob es Reklamationen gegeben habe, will die Bahn nicht beantworten. Sowohl alte als auch neue Maschinen könnten einmal zicken, sagt Pallecchi. «Die SBB und Elvetino haben entsprechende Massnahmen durchgeführt, um die hohe Verfügbarkeit sicherzustellen.» Zudem gebe es zum Teil mehrere Maschinen pro Speisewagen.

Wegen der Reinigung sollen die Pendler in Zukunft nicht mehr auf ihren Kaffee verzichten müssen, verspricht der SBB-Sprecher. «Mittlerweile sind alle Mitarbeitenden dafür sensibilisiert worden», sagt Pallecchi.

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