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Bombardier-BerichtSBB reicht Strafanzeige wegen Info-Lecks ein

Im Januar wurde bekannt, dass Bombardier von der SBB über 300 Millionen Franken Entschädigung fordert. Doch die Information war nicht für die Öffentlichkeit bestimmt. Jetzt hat die SBB Anzeige gegen Unbekannt eingereicht.

Ein Bombardier-Zug in der Produktionshalle in Zürich-Oerlikon (September 2012)

Ein Bombardier-Zug in der Produktionshalle in Zürich-Oerlikon (September 2012)

Die SBB hat Strafanzeige eingereicht, um die Weitergabe eines vertraulichen Dokuments an die Sendung «Rundschau» des Schweizer Fernsehens zu klären. Dies bestätigte SBB-Sprecherin Lea Meyer zu einem Bericht der «NZZ am Sonntag».

«Wir haben Strafanzeige gegen unbekannte Täterschaft wegen Verletzung von Geschäfts- und Fabrikationsgeheimnissen bei der Staatsanwaltschaft Zürich eingereicht», sagte Meyer weiter.

Verschiebung der Auslieferung

Die «Rundschau» hatte am 22. Januar aufgrund eines vertraulichen Dokuments darüber berichtet, dass Bombardier von der SBB 326 Millionen Franken Entschädigung fordere. Bombardier habe eine stetige Einmischung und veränderte Anforderungen der SBB für die Verspätung bei der Herstellung der 59 neuen, 1,9 Milliarden Franken teureren Doppelstockzüge geltend gemacht.

Die erste Auslieferung der neuen Doppelstockzüge war ursprünglich für Ende 2013 geplant gewesen, wurde jedoch später auf 2015 verschoben. SBB-Verwaltungsratspräsident Ulrich Gygi sagte Ende März, dass Bombardier zugesichert habe, noch dieses Jahr Testzüge zu liefern. Auch das Unternehmen habe ein Interesse daran, dass die neuen Züge so schnell als möglich eingesetzt werden könnten und wolle bei den späteren Lieferungen den Produktionsrückstand wettmachen, sagte Gygi. (sda)

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