Aktualisiert 27.06.2019 12:33

«Umstrittener Wirkstoff»SBB setzen auf heisses Wasser statt Glyphosat

Glyphosat ist stark umstritten. Die SBB versprühen jährlich zwei bis drei Tonnen des Wirkstoffs. Nun wollen sie auf eine umweltschonende Methode setzen.

von
mon
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Für die Unkrautbekämpfung versprühen die SBB so viel Glyphosat wie kein anderes Schweizer Unternehmen. Nun setzen sie auf Wasser.

Für die Unkrautbekämpfung versprühen die SBB so viel Glyphosat wie kein anderes Schweizer Unternehmen. Nun setzen sie auf Wasser.

Keystone/Ennio Leanza
Auf ihrem Netz von über 7600 Streckenkilometern setzen sie jährlich zwei bis drei Tonnen des Wirkstoffs ein.

Auf ihrem Netz von über 7600 Streckenkilometern setzen sie jährlich zwei bis drei Tonnen des Wirkstoffs ein.

Keystone/Georgios Kefalas
Dabei gilt der Wirkstoff als stark umstritten.

Dabei gilt der Wirkstoff als stark umstritten.

Matthias Balk

Die SBB setzt für die Unkrautbekämpfung so viel Glyphosat ein wie kein anderes Schweizer Unternehmen. Auf ihrem über 7600 Streckenkilometer langen Schienennetz versprühen sie jährlich zwei bis drei Tonnen des Wirkstoffs. Das entspricht einer Menge von rund 5500 Litern.

Dabei ist der Wirkstoff stark umstritten. Die Internationale Agentur für Krebsforschung, eine Einrichtung der Weltgesundheitsorganisation, bezeichnete das Pflanzengift 2015 als «wahrscheinlich krebserregend für Menschen». Im Wasser, in Pflanzen und sogar im menschlichen Urin lassen sich Rückstände davon finden.

Einsatz von heissem Wasser

Nun reagieren die SBB – auch auf zunehmenden politischen Druck hin – und wollen bis 2025 ganz auf den Einsatz von Glyphosat verzichten. Wie Sprecherin Ottavia Masserini zum «Tages-Anzeiger» sagt, möchte man in Zukunft auf den Einsatz von heissem Wasser setzen.

Bei dieser umweltschonenden Methode wird das Wasser einem Tankwagen entnommen, mit Durchlauferhitzern auf 100 Grad erwärmt und mittels Düsen auf Unkraut und Moos gesprüht. Diese sterben danach ab.

Dafür haben die SBB in den letzten Monaten ein neues Heisswasserspritzfahrzeug entwickelt. Es handelt sich dabei um eine Art Tankwagen auf Schienen. Dieser hat eine spezielle Funktion und kann so die Pflanzen erkennen.

Einen Nachteil hat diese neue Methode mit heissem Wasser. Sie tötet kleine Tierchen. Wie es auf der Internetseite der SBB heisst, würden «aufgrund der Vielfalt der natürlichen und baulichen Gegebenheiten entlang der Bahnstrecken» deshalb mehrere Ersatzlösungen zu Glyphosat zum Einsatz kommen.

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