Neue Bordtechnik: SBB setzt auf mehr Hightech bei den Zügen
Aktualisiert

Neue BordtechnikSBB setzt auf mehr Hightech bei den Zügen

Die SBB rüstet 260 Regio-Züge auf und investiert dafür 55 Millionen. Im Zentrum stehen Kundeninfo in Echtzeit und Videoüberwachung. Besser wird auch der Handy-Empfang.

von
S. Spaeth
1 / 7
Hightech in Regionalzügen: Bis 2023 rüstet die SBB ihre Züge unter anderem mit neuen Überwachungskameras aus. (Archivbild)

Hightech in Regionalzügen: Bis 2023 rüstet die SBB ihre Züge unter anderem mit neuen Überwachungskameras aus. (Archivbild)

Keystone/Gaetan Bally
Neue Fahrgastsprechstellen für den Ernstfall sowie eine verbesserte Notbremsalarmierung sollen die Sicherheit erhöhen. (Archivbild)

Neue Fahrgastsprechstellen für den Ernstfall sowie eine verbesserte Notbremsalarmierung sollen die Sicherheit erhöhen. (Archivbild)

Keystone/Martin Rütschi
Die neue Bordtechnik wird ausserdem für einen verbesserten Handyempfang sorgen. (Archivbild)

Die neue Bordtechnik wird ausserdem für einen verbesserten Handyempfang sorgen. (Archivbild)

Keystone/Christof Schürpf

Die SBB bringt die Bordtechnik in den Regionalzügen für 55 Millionen Franken auf den neuesten Stand. Das hat der SBB-Verwaltungsrat kürzlich entschieden, wie SBB-Sprecherin Rahel Meile an einer Veranstaltung in Bern sagt. Zum Projekt gehören Echtzeitinformationen für Passagiere sowie neue Überwachungs- und Alarmierungssysteme. Seit Sommer läuft bereits die Aufrüstung für besseren Handy-Empfang

Mit dem Echzeit-Infosystem wird es beispielsweise möglich, spezifische Angaben zu Baustellen oder Grossveranstaltungen in den Zügen anzuzeigen. Derzeit müssen derartige Angaben noch vom Lokführer manuell eingegeben werden, was aus Zeitgründen aber oft nicht möglich ist.

Videoüberwachung wird zum Standard

Verbesserung wird es auch bei der Sicherheitstechnologie geben: Dazu zählen neue Überwachungskameras mit digitalen statt analogen Videos. Die neuen Kameras sind kleiner als die bisherigen. Ein Regionalverkehrswagen hat acht Kameras, womit rund 95 Prozent der Fläche eingesehen werden kann.

Auf Kameras verzichtet wird bei den älteren Zügen des Fernverkehrs. Die Intercity-Wagen nachzurüsten wäre nicht effizient, wie es bei der SBB heisst. Die neu bestellten und im kommenden Jahr ausgelieferten Bombardier-Intercity-Züge werden aber über Kameras verfügen, ebenso der 2019 ausgelieferte Giruno-Zug, den die SBB vor alle auf der Gotthard-Linie einsetzt. «Bei allen neu beschafften Zügen wird Videoüberwachung sowie Kundeninfo in Echtzeit zum Standard», so Rahel Meile zu 20 Minuten.

Die Anfragen der Staatsanwaltschaften an die SBB für Videomaterial sind in den letzten Jahren stark gestiegen. Pro Monat gehen 80 bis 100 Anfragen der Behörden ein. Vor zwei Jahren waren es lediglich 30 bis 40 gewesen, wie Georg von Raumer, Leiter ICT-Applikationen der SBB, im Rahmen eines Rundgangs im SBB-Bordelektronik-Labor bekannt gab. Derzeit gibt es in den SBB-Zügen total rund 13'000 Kameras. Neu kann in den Regio-Zügen 72 Stunden Videomaterial aufgezeichnet werden, bis die Daten wieder überschrieben werden. Mit der alten technischen Lösung waren es nur 24 Stunden.

Verbessert werden im Regionalverkehr zudem die Fahrgastsprechstellen für den Ernstfall sowie die Notbremsalarmierung. Dadurch wird es möglich, dass die Lokführer nach einer Betätigung der Notbremse direkt mit den Fahrgästen kommunizieren kann.

Bis 2023 alle Züge umrüsten

Umgerüstet werden alle Fahrzeuge des Regionalverkehrs, wobei zuerst die Flirt-Flotte an die Reihe kommt. Bis Ende 2018 sollen die ersten Prototypen mit der neuen Technologie ausgerüstet sein. Bis 2023 wird dann die Bordelektronik auf allen 261 Regionalzügen ersetzt. Dafür muss jedes Fahrzeug komplett aus dem Verkehr genommen werden. Die SBB rechnet damit, dass die Umrüstung für jeden Zug rund zwei Wochen dauern wird.

SBB spannt mit BMW zusammen

Für ihr neues Tür-zu-Tür-Mobilitätsangebot spannt die SBB mit dem Autobauer BMW zusammen. Dies lässt sich einer Medieneinladung für die Präsentation von Ende Oktober schliessen. Der neue Tür-zu-Tür-Reiseplaner nennt sich «SBB Green Class» und wird als Markttest gemeinsam mit BMW lanciert. Ziel ist es laut SBB, neben Bus, Tram und Bahn auch Carsharing einzubinden. Laut Projektausschreibung vom Sommer 2015 soll der Reisende die verschiedenen Verkehrsträger bezüglich Zeit, Kosten und Komfort miteinander vergleichen und die passende Kombination gleich direkt buchen können. (sas)

Deine Meinung