Doppelstöcker: SBB-Sorgenkind Dosto staubt jetzt Bestnoten ab – Kurventechnologie weiterhin unbrauchbar

Aktualisiert

DoppelstöckerSBB-Sorgenkind Dosto staubt jetzt Bestnoten ab – Kurventechnologie weiterhin unbrauchbar

Bei seiner Einführung sorgte der neue Doppelstockzug wegen häufiger Pannen bei Reisenden immer wieder für rote Köpfe. Mittlerweile gehört der Dosto aber zu den zuverlässigsten Zügen der SBB-Flotte.

von
Benedikt Hollenstein
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Lange Zeit galt der neue FV-Dosto als Sorgenkind der SBB.

Lange Zeit galt der neue FV-Dosto als Sorgenkind der SBB.

Tamedia/Urs Jaudas
Grund waren diverse Probleme wie Störungen der Klimaanlagen, Türen und des Betriebssystems.

Grund waren diverse Probleme wie Störungen der Klimaanlagen, Türen und des Betriebssystems.

Tamedia/Urs Jaudas
Mittlerweile gehört der Zug aber zu den zuverlässigsten in der SBB-Flotte.

Mittlerweile gehört der Zug aber zu den zuverlässigsten in der SBB-Flotte.

Urs Jaudas

Darum gehts

Der Dosto-Zug hat seit seiner Einführung vor vier Jahren immer wieder für Schlagzeilen gesorgt. Nebst der neu entwickelten Neigetechnik, die eigentlich schnellere Kurvenfahrten erlauben sollte, stattdessen aber für Rütteln und Wanken sorgte, gab es auch Probleme mit den Türen, den Klimaanlagen und dem Betriebssystem des Zuges. Mittlerweile soll das ehemalige SBB-Sorgenkind aber zu den zuverlässigsten Zügen in der Flotte der Bundesbahn gehören.

Dosto gehört nun zu den «Guten»

Zu diesem Schluss kommt ein Bericht der Zeitschrift «Bahnrevue», wie die «SonntagsZeitung» berichtet. Demnach trete beim FV-Dosto mittlerweile nur noch rund alle 18’000 Kilometer eine Störung auf. Im Schnitt erleiden die Züge der SBB alle 13’000 Kilometer eine Panne, der Dosto hebt sich damit klar von den anderen Zügen ab. Eine bessere Zuverlässigkeit weise derzeit nur der Gotthard-Zug Giruno von Stadler Rail auf. Damit gehört der ehemalige Problemzug mittlerweile zu den «Guten im Bahnbetrieb», wie Ueli Stückelberger, der Präsident des Verbandes öffentlicher Verkehr, sagt.

Auch wenn die Steigerung der Zuverlässigkeit eine positive Meldung ist, wird der Dosto seine eigentliche Besonderheit wohl auch in Zukunft nicht ausschöpfen können. Die SBB liess für den Zug bei Bombardier eine weltweit einzigartige Technologie entwickeln, die es dem FV-Dosto erlauben sollte, schneller als alle anderen Doppelstockzüge der Welt durch Kurven zu kommen. Die Technologie sorgte aber für Wanken und Rütteln, das von den Fahrgästen als unangenehm empfunden wurde. Der Plan, auf bestehenden Strecken, beispielsweise zwischen Winterthur und St. Gallen oder Bern und Lausanne, einige Minuten Fahrzeit einzusparen, fällt mit dem Verzicht auf die Technologie also vorerst ins Wasser.

Stadler-Zug macht Probleme im Tessin

Derweil scheint die SBB mit dem neuen Tilo-Flirt-3, der im Tessin eingesetzt wird, bereits ein neues Problemkind in der Zugsflotte zu haben. Meist haben neue Zugkompositionen bei ihrer Einführung Kinderkrankheiten, die erst im laufenden Betrieb behoben werden können. Beim vom Schweizer Zugbauer Stadler Rail gefertigten Flirt häufen sich diese aber derzeit: Besonders bei Fahrten über die Grenze kommt es immer wieder zu Pannen, zeitweise schafften die Stadler-Züge nicht mal 4000 Kilometer, bevor sich eine Störung ereignete. Dieser Wert, den die SBB bestätigt, ist selbst für Regionalzüge bedenklich tief.

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