Aktualisiert 14.10.2014 08:50

Fiese TweetsSBB-Sprecher spottet über die Deutsche Bahn

Pinkelnde Passagiere, defekte Kaffeemaschinen und Verspätungen: SBB-Sprecher Christian Ginsig twitterte über seine schlechten Erfahrungen mit der Deutschen Bahn.

von
daw

Der stellvertretende Leiter der SBB-Medienstelle machte am Wochenende eine Reise in unser nördliches Nachbarland - als Privatperson, wie er sagt. Die Reise führte Christian Ginsig von Zürich nach Stuttgart und von da via Karlsruhe wieder zurück in die Schweiz. Während der Zugfahrt twitterte er fleissig von den Vorkommnissen: Unter anderem hielt er auf Bild fest, wie sich ein Mann auf einem Perron die Blase leerte. Ihr Fett weg bekam aber vor allem die Deutsche Bahn (DB).

So spottete Ginsig über die schönfärberische Sprache der deutschen Kollegen, nachdem er in Karlsruhe wegen Verspätung den Anschlusszug verpasst hatte: «In Deutschland haben Züge keine Verspätung, sondern eine voraussichtliche Ankunftszeit. Danach gibts 'Ihre nächsten Reisemöglichkeiten'.»

Chili con carne mit dem Kaffeelöffeli

Der nächste Zug hätte dann in einer Stunde kommen sollen, doch auch dessen Ankunft verspätete sich um 20 Minuten. Zu allem Überdruss war dann noch im Speisewagen die Backofentür abgefallen und die Kaffeemaschine defekt, wie er der Twitter-Gemeinde mitteilte. Und auch sein Gegenüber bekam nur einen Teelöffel zum Chili gereicht.

Ginsigs Breitseite auf die DB ist nicht die erste dieser Art. Unlängst verbreitete er ein Video , das den desolaten Zustand italienischer Bahnhöfe anprangert.

«Private Äusserungen»

Angesprochen auf die Tweets sagt SBB-Sprecher Christian Ginsig: «Die Tweets habe ich im privaten Rahmen geäussert. Ich fahre selbst sehr viel mit der Bahn. Wenn ich von meinen privaten Reisen schreibe, sind die Tweets auch immer mit einem Augenzwinkern zu verstehen.»

Wenn man sich mit der Eisenbahn auseinandersetze und mit Arbeitskollegen unterwegs sei, schaue man eben auch im Ausland immer sehr genau hin, so Ginsig. Auch den Leiter der SBB-Medienstelle, Stephan Wehrle, stören die Äusserungen Ginsigs nicht: «Ich sehe kein Problem, die Tweets sind keine offiziellen Statements der SBB und mit einem Schmunzeln zu quittieren.»

Ob privat oder nicht: Einige Twitterer sind offenbar der Meinung, dass die SBB zunächst einmal vor der eigenen Türe wischen sollte.

Ginsig gibt denn auch zu, dass auch bei den SBB einmal eine Kaffeemaschine kaputt sein könne. «Derzeit läuft ein Projekt zum Austausch mehrerer Küchengeräte in den verschiedenen Speisewagen.» Die einheitliche Ausrüstung solle den Unterhalt vereinfachen.

Bei der Pressestelle der Deutschen Bahn wollte man die Tweets nicht weiter kommentieren, da «Herr Ginsig als Privatperson twittert».

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