Zahl der Standorte halbiert: SBB streicht Check-in-Service an Bahnhöfen
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Zahl der Standorte halbiertSBB streicht Check-in-Service an Bahnhöfen

An 57 Bahnhöfen in der Schweiz kann man Gepäck für Flugreisen einchecken. Jetzt streicht die SBB die Zahl der Standorte auf die Hälfte zusammen.

von
lüs
Die SBB reduziert die Zahl der Bahnhöfe, auf denen Fluggepäck eingecheckt werden kann, auf die Hälfte.

Die SBB reduziert die Zahl der Bahnhöfe, auf denen Fluggepäck eingecheckt werden kann, auf die Hälfte.

Wer sein Reisegepäck nicht bis zum Flughafen mitschleppen will, hat an 57 Bahnhöfen in der Schweiz die Möglichkeit, es bereits dort aufzugeben. Doch bei diesem Service plant die SBB nun massive Abstriche: Die Zahl der Standorte, an denen das Bahnhofs-Check-in angeboten wird, soll auf den nächsten Fahrplanwechsel im Dezember 2015 mehr als halbiert werden. Künftig soll die Dienstleistung voraussichtlich nur noch an etwa 26 Bahnhöfen angeboten werden, wie SBB-Sprecher Daniele Pallecchi auf Anfrage sagt. Eine definitive Liste der künftigen Standorte gebe es noch nicht.

Als Grund für die Änderung nennt Pallecchi die geänderten Vorgaben von Swissport und den Airlines. Die Systeme seien komplex und je nach Fluggesellschaft unterschiedlich: «Es braucht ein gewisses Minimalvolumen, um einen routinierten Service an den Bahnhöfen sicherzustellen.»

Neu gibts ein «Haustür-Check-in»

Personelle Konsequenzen hat der Abbau laut den SBB nicht. Pallecchi: «Bereits heute werden rund drei Viertel aller Gepäckstücke an den 26 grossen Standorten aufgegeben.» An diesen Bahnhöfen ist das Check-in weiterhin möglich.

Zeitgleich mit der Reduktion der Standorte will die SBB zusammen mit Swissport einen neuen Service anbieten: Ein «Haustür-Check-in», bei dem das Gepäck zuhause beim Kunden abgeholt wird und er gleich die Bordkarte in Empfang nehmen kann. Zu den Preisen für die neue Dienstleistung macht die SBB noch keine Angaben, da die Details erst im Verlauf dieses Jahres ausgearbeitet würden. Auch das Bahnhofs-Check-in ist kostenpflichtig.

Pro Bahn: Preise dürfen nicht steigen

Kurt Schreiber, Präsident von Pro Bahn Schweiz, fordert, dass die Preise des neuen Services nicht höher sein dürfen als beim Bahnhofs-Check-in. «Nur dann bringt die Änderung den Bahnkunden Vorteile.» Wenn die Tarife hingegen angehoben würden, sei zu befürchten, dass die Leute künftig vermehrt wieder mit dem Gepäck bis zum Flughafen reisen würden: «Die Folge wäre ein noch grösseres Durcheinander in den Zügen, in denen für grosse Koffer kaum Platz ist.»

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