SBB und SEV erzielen erste Einigung

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SBB und SEV erzielen erste Einigung

Die SBB und die Gewerkschaft SEV haben sich bei den GAV-Verhandlungen im Streitpunkt der Zulagen weitgehend geeinigt. Betreffend Lohn und Arbeitszeit gibt es aber noch immer grosse Differenzen, wie der SEV am Mittwoch mitteilte.

Die Gewerkschaften haben eine starke Vereinfachung der Ortszulagen akzeptiert, die den SBB mittelfristig Einsparungen von über 40 Millionen Franken bringen, wie der Schweizerische Eisenbahn- und Verkehrspersonal-Verband (SEV) schreibt. Mit diesem Entgegenkommen sei aber die Schmerzgrenze erreicht. Der SEV fordert nun eine Gegenleistung der SBB. Das eingesparte Geld müsse zwingend in anderen Vertragsbereichen eingesetzt werden.

Knackpunkte sind weiterhin die Verhandlungen betreffend Lohn und Arbeitszeit. Die SBB wollen die 41-Stunden-Woche einführen, an gewissen Orten bis 43,5 Stunden. Dies ist laut den SBB branchenüblich. Für den SEV kommt eine Erhöhung der Arbeitszeit ohne Zeitausgleich nicht in Frage. Zudem fordert er eine Lohnerhöhung von vier Prozent.

Für SEV-Sprecher Peter Moor ist klar, dass angesichts dieser grossen Brocken eine Einigung eher unrealistisch scheine. Dennoch sei man zuversichtlich. Moor macht aber auch deutlich, dass die Gewerkschaften den Druck auf die SBB wenn nötig weiter verstärken werden. Man wolle nicht mit einem Streik drohen, schliesse ihn aber auch nicht aus, falls es zu einem vertragslosen Zustand kommen sollte.

Die SBB wollten die laufenden Vertragsverhandlungen nicht kommentieren. Laut einem SBB-Sprecher glaubt man aber noch immer daran, dass Ende Jahr ein neuer Gesamtarbeitsvertrag steht, mit dem beide Seiten leben können. (dapd)

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