ÖV: Frau kassiert wegen Fehler in der SBB-App Busse

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Fehler in AppSBB verkauft Billett, das es nicht gibt – Kundin kassiert 100-Franken-Busse

Eine Frau löste kürzlich ein Anschlussbillett vom Zürcher Hauptbahnhof nach Baden. Weil das Billett aber nur bis Dietikon gültig war, belegte die SBB die Frau mit einer Busse von 100 Franken.

von
Benedikt Hollenstein
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Wegen eines Fehlers in der SBB-App sollte eine Frau dem Unternehmen eine Busse zahlen.

Wegen eines Fehlers in der SBB-App sollte eine Frau dem Unternehmen eine Busse zahlen.

20min/Taddeo Cerletti
Die betroffene Kundin reiste für einen Wellness-Ausflug vom Zürcher Hauptbahnhof an die Haltestelle Baden, grosse Bäder – und anschliessend wieder zurück. (Symbolbild)

Die betroffene Kundin reiste für einen Wellness-Ausflug vom Zürcher Hauptbahnhof an die Haltestelle Baden, grosse Bäder – und anschliessend wieder zurück. (Symbolbild)

Manuela Matt
Bei der Rückfahrt erfolgte der Schock: Ihr Billett, angeschrieben mit Zürich HB–Baden, grosse Bäder soll nur bis Dietikon gültig sein. (Symbolbild)

Bei der Rückfahrt erfolgte der Schock: Ihr Billett, angeschrieben mit Zürich HB–Baden, grosse Bäder soll nur bis Dietikon gültig sein. (Symbolbild)

20min/Michael Scherrer

Darum gehts

  • Wegen eines Fehlers in der App sollte eine SBB-Kundin kürzlich eine Busse bezahlen.

  • Sie löste ein Billett von Zürich nach Baden – gültig war dies aber nur bis Dietikon.

  • Laut der SBB war ein technischer Fehler für den Fall verantwortlich.

Für einen Wellness-Ausflug in den historischen Kurort Baden AG gemeinsam mit einer Freundin reiste eine Frau kürzlich vom Zürcher Hauptbahnhof an die Haltestelle Baden, grosse Bäder. Da sie über ein Jahresabo für die ZVV-Zonen verfügt, löst sie ein von der SBB angebotenes Anschlussbillett an ihren Zielort.

Bei der Rückfahrt dann der Schreckmoment: Ein Kontrolleur informiert die Frau, dass sie kein gültiges Billett habe. «Auf dem elektronischen Billett steht die Strecke Zürich HB – Baden, grosse Bäder und man sagt mir, es sei ungültig für diese Strecke», wie die Frau in der SRF-Sendung «Espresso» sagt. Ein weiterer Kontrolleur klärte sie anschliessend darüber auf, dass das von ihr gelöste Billett nur bis Dietikon gültig sei.

Busse aufgebrummt

Die vermeintliche Schwarzfahrerin musste eine Busse von 100 Franken und zehn Franken für das angeblich fehlende Billett zahlen. Sie beanstandete die Strafe beim Kundendienst, der aber die gleiche Erklärung geltend machte wie die Kontrolleure im Zug. Weiter argumentierte die SBB, dass es auch Fälle geben könne, bei denen Kundinnen und Kunden bereits ein Billet von Dietikon nach Baden haben und nur ein Anschlussticket bis Dietikon lösen müssen – daher sei es richtig, dass ein solches Ticket auch in der App angeboten werde.

Wurdest du im ÖV auch schon gebüsst?

Warum das Billett, das nur bis Dietikon gültig ist, als Endhaltestelle aber Baden nennt, konnte sich auch der Kundendienst nicht erklären. «Das geht gar nicht. Wenn ich ein solches Billett lösen kann, muss es auch gültig sein», ärgert sich die betroffene SBB-Kundin. Der Kundendienst reduzierte ihre Busse zunächst auf 30 Franken, die Frau wehrte sich aber weiter gegen die ihrer Meinung nach ungerechtfertigte Busse.

SBB will Personal sensibilisieren

Wie «Espresso» im Zuge einer Anfrage bei der SBB erfahren hat, ist tatsächlich ein Fehler in der App die Ursache für die vermeintliche Schwarzfahrt. Denn laut dem Unternehmen gebe es Anschlussbillette für Zonen nur innerhalb eines Tarifverbunds. Wenn die Reise den Tarifverbund verlässt, ist laut Mediensprechern Luana Quinter das Lösen eines Billetts von der letzten Haltestelle in der gültigen Zone zum Zielort erforderlich.

Im konkreten Fall habe die SBB-App fälschlicherweise ein Anschlussbillet für 1-2 Zonen vorgeschlagen, obwohl das Ticket gar nicht die ganze Strecke abdeckt. Somit wurde ein Ticket verkauft, dass es so gar nicht geben dürfte. Die SBB hat nun angekündigt, die Busse der betroffenen Kundin zu stornieren und den Fehler so rasch als möglich zu beheben. Ausserdem will das Unternehmen sein Personal für entsprechende Fälle sensibilisieren. 

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