Aktualisiert 06.12.2018 15:43

«Voraussichtlich vor Weihnachten»SBB verschiebt Einsatz der Pannenzüge wieder

Ab diesem Sonntag wollte die SBB ihre neuen Doppelstockzüge zwischen St. Gallen und Genf in den fahrplanmässigen Betrieb aufnehmen. Daraus wird nichts.

von
ehs
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Mit dem Fahrplanwechsel am 9. Dezember sollen die neuen Fernverkehrs-Doppelstockzüge endlich in den regulären Einsatz kommen. Anzutreffen sind sie dann voraussichtlich auf diesen Linien: ...

Mit dem Fahrplanwechsel am 9. Dezember sollen die neuen Fernverkehrs-Doppelstockzüge endlich in den regulären Einsatz kommen. Anzutreffen sind sie dann voraussichtlich auf diesen Linien: ...

Keystone/Ennio Leanza
... auf dem Interregio 37 von St. Gallen über Zürich nach Basel, und zwar mit Abfahrt in St. Gallen um 11.42 Uhr und 14.42 Uhr, sowie auf dem IR 37 zwischen Zürich und Basel mit Abfahrt um 7.08 Uhr, 19.08 Uhr und 22.08 Uhr.

... auf dem Interregio 37 von St. Gallen über Zürich nach Basel, und zwar mit Abfahrt in St. Gallen um 11.42 Uhr und 14.42 Uhr, sowie auf dem IR 37 zwischen Zürich und Basel mit Abfahrt um 7.08 Uhr, 19.08 Uhr und 22.08 Uhr.

Dario Haeusermann/SBB
In der Gegenrichtung werden die Züge auf der Linie Basel–Zürich–St. Gallen auf den Zügen mit Abfahrt in Basel um 14.47 Uhr und 17.43 Uhr zu finden sein, zudem auf den IR 37 zwischen Basel und Zürich mit Abfahrt um 11.47 Uhr und 20.43 Uhr.

In der Gegenrichtung werden die Züge auf der Linie Basel–Zürich–St. Gallen auf den Zügen mit Abfahrt in Basel um 14.47 Uhr und 17.43 Uhr zu finden sein, zudem auf den IR 37 zwischen Basel und Zürich mit Abfahrt um 11.47 Uhr und 20.43 Uhr.

Keystone/Ennio Leanza

Die neuen Doppelstockzüge für den Fernverkehr von Bombardier erhalten weitere Verspätung. Eigentlich hätten sie ab diesem Sonntag fahrplanmässig auf der Linie IC 1 zwischen St. Gallen, Zürich und Genf Flughafen in den Einsatz kommen sollen. Daraus wird nun nichts: Die ersten Fahrzeuge verkehren auf dieser Linie später und laut SBB «voraussichtlich vor Weihnachten». Auf den Interregio-Linien zwischen Chur, St. Gallen, Zürich und Basel sollten die neuen Züge hingegen ab Sonntag unterwegs sein.

Der Grund für die erneute Verzögerung sei, dass noch nicht alle der aktuell zur Verfügung stehenden Züge «die geforderte Betriebsstabilität aufweisen», so die SBB. Sie fordert in einer Mitteilung von Herstellerin Bombardier, «dass die Mängel umgehend behoben werden». Bombardier habe das zugesichert und werde dabei von Spezialisten der SBB unterstützt. Zudem werde Bombardier Massnahmen umsetzen, die dafür sorgen, dass die Züge ruhiger fahren sollen. Auf der Strecke des IC 1 fahren bis zur Behebung der Probleme Züge mit dem bisherigen Rollmaterial.

Erste Fahrten glückten nicht

Im Rahmen von ersten Einsätzen, bei denen die Züge auf Fahrten mit Passagieren getestet werden, waren die Züge bereits in den vergangenen Tagen auf der Strecke des IC 1 unterwegs. Bereits dann kam es zu Pannen: So endeten Fahrten von Anfang Woche und dem Wochenende zuvor wegen technischen Problemen frühzeitig, wie 20 Minuten weiss. Am Montag musste der neue Zug etwa in Schlieren vorzeitig aus dem Verkehr genommen werden.

Die Züge haben bereits jahrelang Verspätung: Nachdem sie im Jahr 2010 bestellt wurden, musste ihre ursprünglich für Ende 2013 geplante Inbetriebnahme wegen technischen Problemen und Rechtsstreitigkeiten immer wieder verschoben werden. Bei den neuen Doppelstock-Zügen handelt es sich um die grösste Beschaffung in der Geschichte der SBB: 1,9 Milliarden Franken kosten 59 Züge, drei weitere erhält die SBB wegen den Verzögerungen kostenlos.

Sitzplätze, Steckdosen, Geschwindigkeit

Mit den neuen Doppelstock-Zügen will die SBB mehr Plätze schaffen. Sie sind mit Steckdosen an allen Plätzen ausgestattet. Die Intercity-Versionen der Züge verfügen über Speise- und Familienwagen. Mit einer neuen Technologie sollen die Züge zudem in den Kurven schneller fahren können und so Fahrzeiten verringern.

Das Bundesamt für Verkehr (BAV) hat Mitte November die Zulassung für den kommerziellen Einsatz der Züge erteilt. Zudem wurde eine Beschwerde des Behinderten-Dachverbands, der eine ungenügende Behindertentauglichkeit moniert hatte, vor zwei Wochen vom Bundesverwaltungsgericht grösstenteils abgewiesen.

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