Aktualisiert 02.11.2011 09:47

Preise steigen weiter

SBB verteuern Ausland-Tickets

Zugfahren jenseits der Grenze wird teurer: Die SBB verdoppeln den Schalterzuschlag für internationale Tickets.

von
Miriam Scherer
Mit der nächsten Fahrplanänderung verteuert sich der Schalterzuschlag für internationale Tickets. Foto: keystone

Mit der nächsten Fahrplanänderung verteuert sich der Schalterzuschlag für internationale Tickets. Foto: keystone

Mit der Fahrplanänderung 2011 bescheren die SBB den Passagieren einen weiteren Preisaufschlag: Wer ein internationales Billett am Schalter oder per Telefon bezieht, muss neu nebst dem Billettpreis zehn statt fünf Franken «Auftragspauschale» entrichten. Beim Online-Ticketkauf entfällt diese Auftragspauschale.

«Diese Erhöhung ist nicht gerechtfertigt», sagt Edwin Dutler, Medienverantwortlicher von Pro-Bahn. Zwar liege es allgemein im Trend, persönliche Serviceleistungen kostenpflichtig zu machen und die Kunden so ins Internet zu lenken. Bei den SBB komme man aber an der Gebühr in vielen Fällen gar nicht vorbei, weil Destinationen abseits der Ballungszentren online gar nicht buchbar seien. «Wenn die SBB nun den Schalterservice verteuern, erwarte ich, dass sie dafür ihr Online-Angebot ausbauen», so Dutler.

«Internationale Billette sind beratungsintensiv, die bisherige Pauschale ist nicht kostendeckend. Und Reisebüros erheben ebenfalls Auftragspauschalen – zum Teil bis zu 60 Franken pro Dossier», verteidigt Reto Kormann, Mediensprecher der SBB, die Erhöhung. Für Ziele in Deutschland und Österreich könne der Kunde bereits heute das volle Ticketsortiment zu Hause am Computer ausdrucken, in Frankreich einen Teil. «Und wir arbeiten selbstverständlich mit Hochdruck daran, diesen Service auf möglichst viele Länder in Europa auszuweiten», so Kormann.

«Ich erwarte, dass die SBB dafür ihr Online-Angebot ausbaut.»

Edwin Dutler, Medienverantwortlicher von Pro-Bahn.

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