16.06.2017 06:49

Reiseplaner-App

SBB verzichtet auf Zusammenarbeit mit Uber

ÖV, Car-Sharing oder ein Taxi: Künftig soll über die SBB die ganze Reise von Tür zu Tür gebucht werden können. Uber wird vorläufig aber nicht in die App integriert.

von
lin

Im April demonstrierten die Gewerkschaften gegen die geplante Kooperation von SBB und Post mit Uber. (Video: Unia)

Die SBB arbeitet bei ihrem neuen Reiseplaner doch nicht mit dem Taxidienst Uber zusammen. Das bestätigt das Unternehmen gegenüber 20 Minuten. «Wie bekannt ist, bestehen bezüglich Uber offene Fragen. Solange diese seitens Uber nicht geklärt sind, gibt es vorläufig keine Integration in den SBB-Reiseplaner», erklärt Sprecher Christian Ginsig.

Die SBB hatte geplant, Uber zusammen mit einer Reihe von weiteren Verkehrsmitteln in die App zu integrieren. Künftig will die SBB so die gesamte Reise von Tür zu Tür organisieren. Kunden sollten also über die SBB-App neben dem ÖV auch Bike- und Car-Sharing-Angebote oder eben Uber direkt über die SBB buchen können. Auf eine solche Zusammenarbeit verzichtet aber nun das Unternehmen.

Kritik von Gewerkschaften

Noch im April hatte die SBB ihre Absicht bekräftigt, mit dem US-Konzern eine Partnerschaft eingehen zu wollen. Vor allem die Gewerkschaften waren ob der Pläne gar nicht erfreut. Sie kritisierten, dass das Geschäftsmodell von Uber auf der Umgehung von Gesetzen beruhe. Das Unternehmen sieht die Fahrer als selbstständig Erwerbende und nicht als Angestellte. Deshalb zahlt Uber für die Fahrer auch keine Sozialversicherungsbeiträge. Die Unfallversicherung Suva ist mit diesem Vorgehen nicht einverstanden und stuft Uber als Arbeitgeber der Fahrer ein.

Die Gewerkschaften zeigen sich erfreut über den Rückzieher der SBB: «Wir begrüssen diesen Schritt», sagt Unia-Sprecher Philipp Zimmermann zu 20 Minuten. «Die Unia erwartet von der SBB, dass sie auch künftig auf eine Zusammenarbeit mit Uber verzichtet.» Dasselbe gelte auch für Postauto.

Die Post-Tochter arbeitet bei der Mobilitätsplattform Nordwest Mobil mit Uber zusammen. Eine solche Plattform sei nur sinnvoll, wenn möglichst viele Reisemöglichkeiten verfügbar seien, verteidigte Postauto unlängst die Kooperation. Momentan läuft die Pilotphase. Postauto will im Anschluss an die Tests im Herbst entscheiden, ob die Integration des US-Konzerns bei Nordwest Mobil weitergeführt wird.

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