Fälschungen: SBB warnt vor dubiosem Ticket-Verkäufer in Basel
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FälschungenSBB warnt vor dubiosem Ticket-Verkäufer in Basel

Eine Leserin berichtet von einem jungen Mann, der in der Schalterhalle am Bahnhof SBB gleich mehrere Male an Passanten Tageskarten verkaufte. Nun recherchiert die Bahnpolizei den Fall.

von
jd
Der Mann verkaufte die Tickets in der Schalterhalle bei den Ticketautomaten.

Der Mann verkaufte die Tickets in der Schalterhalle bei den Ticketautomaten.

Während 20 Minuten-Leserin Laura S.* kürzlich am Ticketautomat im Basler Bahnhof ein Billett lösen wollte, unterbreitete ihr ein Fremder ein verlockendes Angebot. «Er streckte mir eine Tageskarte unter die Nase und fragte mich, ob ich sie ihm für einen guten Preis abkaufen würde», erzählt sie. Statt 73 habe er lediglich 50 Franken verlang und habe seine Verkaufs-Aktion mit einer Geschichte untermalt: Laut seiner Erzählung habe er die Tickets von seinem Vater geschenkt bekommen, könne sie aber nicht gebrauchen und müsse sie dringend loswerden. «Er sagte mir, dass sie nur heute gültig seien und sonst verfallen würden.»

«Ich hätte mich beinahe auf den Vorschlag eingelassen, habe dann jedoch eine Fälschung vermutet und dankend abgelehnt», berichtet S. Der junge Verkäufer habe daraufhin in einer Gruppe indischer Touristen dankende Abnehmer gefunden. «Sie mussten dann auch tiefer in die Tasche greifen»: Die Karten wechselten gemäss ihren Beobachtungen für einen höheren Betrag als 50 Franken den Besitzer.

Gleicher Ort, gleiche Mission

Es blieb nicht bei dem einen Vorfall: Wenige Tage später begegnete die Leserin dem Mann mit den Tageskarten erneut. «Ich erkannte ihn sofort», sagt sie. Erneut habe er sich um die Automaten in der Schalterhalle geschlichen und sich auf Verkaufs-Mission befunden. «Auch seine Geschichte war noch die selbe.»

Die Bahnpolizei ist bereits aktiv geworden und hält ihre Augen nach dem Tageskarten-Verkäufer offen. Denn obwohl keine gefälschten Tickets aus dem Verkehr gezogen wurden, müssen Passanten laut Bahnpolizei Vorsicht walten lassen. Die SBB warnt vor Käufen von SBB-Produkten ausserhalb der offiziellen Verkaufskanäle und rät davon ab, Zug-Billette über einen anderen Weg zu beziehen.

«Selbstverständlich nicht im Sinne der SBB»

«Der Mann wollte vielleicht Gemeinde-Tageskarten verkaufen und sich somit sein Taschengeld aufbessern», mutmasst SBB-Sprecher Reto Schärli. Diese können günstig über die Gemeinden bezogen werden und wurden eventuell mit einem Preisaufschlag weiterverkauft. Selbstverständlich sei das nicht im Sinne der SBB. Der Kauf erfolge auf eigenes Risiko: Wer mit einem gefälschten Ticket unterwegs sei und erwischt werde, erhalte eine Busse.

*Name geändert

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