Aktualisiert 04.05.2018 09:23

Beschwerde gegen Bund

SBB warnt vor teureren Tickets, weil Monopol fällt

Die SBB warnt vor einem schlechteren Angebot und höheren Preisen. Die Pläne des Bundes kosteten sie 100 Millionen Franken pro Jahr.

von
Stefan Ehrbar
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SBB-Chef Andreas Meyer wehrt sich an einer Medienkonferenz am 4. Mai gegen die Pläne des Bundes, der SBB zwei Fernverkehrs-Linien wegzunehmen. Er will den Entscheid nicht akzeptieren.

SBB-Chef Andreas Meyer wehrt sich an einer Medienkonferenz am 4. Mai gegen die Pläne des Bundes, der SBB zwei Fernverkehrs-Linien wegzunehmen. Er will den Entscheid nicht akzeptieren.

Keystone/Alessandro Della Valle
Keystone/Anthony Anex
Zurzeit läuft das Vernehmlassungsverfahren. Sollte der Bund danach weiterhin an der Zuteilung der zwei Linien zur BLS festhalten, will die SBB eine Beschwerde einreichen.

Zurzeit läuft das Vernehmlassungsverfahren. Sollte der Bund danach weiterhin an der Zuteilung der zwei Linien zur BLS festhalten, will die SBB eine Beschwerde einreichen.

Keystone/Christian Beutler

Das Bundesamt für Verkehr (BAV) hat entschieden, dass das SBB-Monopol im Fernverkehr fallen soll. Die beiden Linien Bern-Biel und Bern-Burgdorf Olten sollen ab Dezember 2019 für zehn Jahre von der BLS betrieben werden.

Zurzeit läuft die Vernehmlassungsphase. Sollte das BAV am Entscheid festhalten, will die SBB dagegen Beschwerde einreichen. Das teilte sie an einer Medienkonferenz am Freitag mit. Was auf den ersten Blick wie eine kleine Veränderung aussehe, sei ein Systemwechsel, der nicht mehr rückgängig gemacht werden könne.

100 Millionen Franken Verlust pro Jahr

Als Folge des neuen Systems warnt die SBB vor schlechterer Kundeninformation und «unkoordiniertem Störungsmanagement». Mittel für zusätzliche Preissenkungsmassnahmen wie Sparbillette würden fehlen, wenn der Plan des BAV umgesetzt würde. «Gefährdet würde dadurch auch die Ambition, die Preise bis mindestens 2020 stabil zu halten», schreibt die SBB. Zudem könnte es sein, dass dann doch nicht alle Interregio-Züge von Personal begleitet würden.

Die SBB wehrt sich auch gegen eine zweite Änderung, die das BAV beabsichtigt. Geht es nach der Behörde, sollen die Gewinne, die im Fernverkehr geschrieben werden dürfen, künftig begrenzt werden. «Diese Anpassungen waren zu Beginn der Ausschreibung nicht bekannt und verändern auf unzulässige Art und Weise die Rahmenbedingungen,» schreibt die SBB.

Die Pläne des BAV würden bei der SBB ab 2020 Mehrkosten von jährlich rund 100 Millionen Franken verursachen. Die SBB habe aber bereits Rollmaterial bestellt und investiert. Auch die geplante Öffnung der Vertriebssysteme im internationalen Personenverkehr stösst der SBB sauer auf: Es bestehe das Risiko, dass ausländische Bahnen in den Markt eintreten würden. In so einem Wettbewerb würden die kleinen Schweizer Bahnen in eine Nebenrolle gedrängt und Gewinne würden ins Ausland abfliessen.

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