Im Notfall: SBB will, dass Fahrer Barrieren durchbrechen
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Im NotfallSBB will, dass Fahrer Barrieren durchbrechen

Ein Lieferwagen blieb zwischen Bahnschranken stecken. In einem solchen Fall ist es der SBB lieber, wenn der Fahrer die Barrieren beschädigt.

von
jab

Dass Autos zwischen Bahnschranken stecken bleiben, ist nicht selten. Die SBB rät, man solle im Notfall Gas geben.

Am Donnerstag kam ein Lieferwagenfahrer in Littau LU noch glimpflich davon. Er blieb zwischen den Sicherheitsschranken des Bahnüberganges stecken. Der BLS-Schnellzug habe das Auto nur um «wenige Zentimeter» verfehlt, wie ein Leser-Reporter berichtete. Laut ihm bleibt an dieser Stelle in Littau sicher «einmal im Monat» jemand mit seinem Auto stecken.

Dass ein Auto zwischen den Schranken stecken bleibt, komme vor, wie die SBB auf Anfrage bestätigt. «Solche Vorfälle ereignen sich nicht nur in Littau LU, sondern schweizweit», schreibt SBB-Mediensprecher Oli Dischoe.

Glück im Unglück oder zweimal Pech

• Erst am 2. Oktober dieses Jahres verfehlte ein Zug in Uster ZH haarscharf eine Fahrerin, die mit ihrem Auto auf dem Bahnübergang stecken blieb. «Sie war panisch und hat verwirrt in der Gegend umhergeschaut», sagte ein Leser-Reporter zu 20 Minuten. Glücklicherweise habe die Frau ihr Auto seitlich auf die anderen Gleise gestellt, als der Zug sich näherte. So verfehlte dieser das Auto gänzlich.

• Weniger Glück hatte eine andere Frau im Januar 2019. Ebenfalls in Uster ZH blieb sie zwischen den Bahnschranken stecken. Ein Mann wollte ihr zur Hilfe eilen und stellte ihr Auto seitlich auf die Gleise. Der Zug kam jedoch auf ebendiesem Gleis angefahren und rammte das Auto heftig. Laut der Kantonspolizei Zürich wurde niemand verletzt.

• Zu einem spektakulären Unfall kam es im Januar 2019 in Davos GR, als ein steckengebliebenes Auto seitlich von einem Zug gerammt und über mehrere Meter hinweg mitgeschleppt wurde. Es bliebt schliesslich auf dem Bahnübergang stehen. Niemand wurde verletzt.

SBB rät zum Barrieren-Durchbruch

Wie Dischoe erklärt, könne ein solcher Unfall nur jenen passieren, die sich nicht an die Verkehrsregeln halten. «Wer sich korrekt verhält und bei blinkenden Signalen oder sich schliessenden Barrieren vor dem Bahnübergang anhält, kommt nicht in eine solche lebensgefährliche Situation», schreibt er.

Falls man aber trotzdem einmal in solcher Lage sein sollte, rät er dringend dazu «mit dem Auto die Barrieren zu durchbrechen», denn so entstehe ein viel geringerer Schaden, als wenn es zu einer Kollision kommen würde.

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