19.06.2015 07:56

Grosse PläneSBB wollen das Arbeiten im Zug erleichtern

Mobiles Arbeiten wird immer populärer, scheitert aber oft an der Realität – noch. Die SBB testen nun Wege, das Arbeiten im Zug zu verbessern.

von
Santina Russo
Arbeiten im Zug heute: Unbequem und kaum Privatsphäre.

Arbeiten im Zug heute: Unbequem und kaum Privatsphäre.

Heute arbeiten viele nicht mehr nur im Büro, sondern überall. Diese Tendenz dürfte künftig noch zunehmen. Denn mehr als die Hälfte der Beschäftigten in der Schweiz – rund zwei Millionen Menschen – könnten einen Teil ihrer Aufgaben ausserhalb des Büros erledigen, beispielsweise im Zug.

Dies zeigte kürzlich eine Studie der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW). Doch für konzentriertes Arbeiten sind heutige Zugabteile kaum geeignet. Es fehlt an Platz, um Unterlagen neben dem Laptop auszubreiten, sowie an Privatsphäre: Mitreisende können Gespräche mithören oder dem Sitznachbarn auf den Bildschirm schielen.

Gute Ideen, schlechte Ideen

Das wollen die SBB ändern und die Bedingungen fürs Arbeiten auf Schienen verbessern. Dazu analysieren sie gemeinsam mit Arbeitspsychologen der FHNW verschiedene Möglichkeiten, beispielsweise separate Arbeitsplätze an Stehpulten – oder abgeschlossene Lounges für vertrauliche Meetings.

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Allerdings wurden einige Ideen nach Versuchen mit Testpersonen bereits wieder verworfen, etwa der Entwurf eines Sitzungsraums. Auch wird es in näherer Zukunft kaum möglich sein, zu telefonieren, ohne dass Mitreisende mithören können. «Schalldichte Arbeitsräume nachträglich in einen Zug einzubauen, ist technisch zu aufwendig», sagt Marianne Schild von der Fernverkehr-Geschäftsentwicklung der SBB.

Noch im Rennen sind hingegen verschiedene Ideen, um Dokumente und Laptop-Displays vor neugierigen Blicken abzuschirmen. Diese sollen nun konkretisiert und getestet werden. Was sich bewährt, könnte erstmals in drei bis fünf Jahren zum Einsatz kommen – zunächst in den doppelstöckigen Fernverkehrszügen, wie sie etwa zwischen Zürich und Bern fahren.

Wo klappen Sie überall Ihren Laptop auf? Und wie schützen Sie sich gegen neugierige Blicke? Verraten Sie es uns in den Kommentaren!

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